Die Distanz hat in unserer Zeit einen schlechten Ruf. Distanzierte Menschen gelten als scheu und ungesellig, Nähe ist die große Qualität in Beziehungen, wer auf Distanz geht, ist fast schon weg (zumindest gefühlt). Dabei ist Distanz vielleicht die größte Chance, einander nah zu sein. Jaja, so sind wir Menschen nun mal: Wo ein Widerspruch ist, ist auch ein Weg. Sich zu distanzieren heißt ja im ersten Moment lediglich Abstand gewinnen (und eben nicht: die Flucht ergreifen). Wenn ich zum Beispiel mehr Abstand zum Spiegel einhalte, sehe ich besser aus (und nicht nur, weil ich kurzsichtig bin). Ich bin einfach als ganze Person zu sehen, wo Details den Blick zu sehr lenken und die Proportionen verkehren. Distanz halten kann auch bedeuten, dass ich mich in Bezug auf mein Gegenüber wieder stärker spüren kann. Und wie mir neulich schon aufging: Vielleicht ist der Raum zwischen mir und dem oder der Anderen der entscheidende Moment des Beziehungsglücks und nicht so sehr (oder nur) der oder die Andere selbst. In diesem Sinne „Let’s dance!“

Simmis Mama 12. Januar 2016
Dss Wortspiel gefällt mir. Das wird mir bei dem Wort nun immer einfallen! 😀
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Stephanie Jaeckel 12. Januar 2016
Eben mal kein Kuschelblues, sondern irgendwas Wildes, Aufregendes…
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Simmis Mama 12. Januar 2016
😉 dis is ja auch d mit #
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mannigfaltiges 12. Januar 2016
…put on your red shoes and dance the blues
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Stephanie Jaeckel 12. Januar 2016
Under the moonlight, the serious moonlight…
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papiertänzerin 12. Januar 2016
… endlich mal ein Lob auf die Distanz 🙂
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Stephanie Jaeckel 12. Januar 2016
Ja, und was las ich gestern als letzten Satz vor dem Einschlafen? „… meine Seele geht zum Komponieren auf 4 Beinen, sage ich, sie krabbelt in meinem Brustkasten, geht auf Distanz.“ Friederike Mayröcker
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Myriade 12. Januar 2016
UND wenn man auf Distanz gegangen ist, kann man sich dann die Freude gönnen, sich wieder anzunähern. Ist das nix ?
Im übrigen bestehe ich darauf, dass es erlaubt sein muss, zumindest gelegentlich ungesellig zu sein. Darauf bestehe ich sogar ganz vehement
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