Sich ein Hintertürchen offen halten, um nicht kritisiert zu werden. – Wie das geht? Am Besten nie fertig werden. Deshalb ist „Kunst“ so schwierig. Halbfertig gilt nicht. Außer bei den Riesen der Zunft wie Cézanne, dessen erste Pinselstriche schon zu erkennen gaben, wohin der Hase lief (Cézannes Kunsthase nämlich), will sagen, dass er das ganze Universum seiner Kunst im Kopf hatte, und selbst ein Strich davon zeugte – na gut, vielleicht drei oder vier… So geht es mir gerade, wenn ich meine kleinen Geräusch-Stücke zusammenschneide, auch, wenn ich Texte schreibe oder Fotos mache: Der Anfang ist leicht. Aber wohin läuft meine Absicht oder mein Kunsthase? Erst wenn ich mich zu einem Schluss entschlossen habe, kommt jedes einzelne Detail an seinen Platz. Und wird damit zugänglich. Was noch nicht fertig ist, ist ungefähr. Details können dort so oder anders gemeint sein. Wer den Schlusspunkt setzt, hat seine Anordnung festgelegt. Und kann kritisiert werden: Das hätte ich anders gemacht! Die glücklichste Lösung: Eine neue Komposition. So oder so ein intensives Gespräch. Mut zum Ganzen ruft der Kunsthase. Was das wieder mit Licht und Schatten an meiner Küchenwand zu tun hat, ist ein ganz anderes – und sehr weites – Feld (da endlich lacht der Hase).
