Wenn ich das mal gewusst hätte. Als junge Frau war meine Mutter nicht nur hübsch, sondern auch witzig, schlagfertig und ausgelassen. Mit Chinahütchen auf Baumstämmen reiten, und zwar außerhalb jeder Karnevalszeit, ist ja schon gewagt (wir schreiben die 1950er Jahre), vor allem ihr entschlossener Blick gefällt mir. Tatsächlich kannte ich dieses Bild und viele andere nicht, es sind Fotos aus den ersten Ehejahren meiner Eltern, offensichtlich hat meine Mutter sie wie einen Schatz gehütet. Ich kann gar nicht beschreiben, wie gut es mir getan hat, dieses und einige andere Fotos von meiner Mutter als so einer aufgeschlossenen, lebensfrohen Frau gesehen zu haben. Die Tochter einer solchen – wenn auch nur Freizeit – Amazone zu sein, hat jedenfalls was.

Simmis Mama 5. Oktober 2015
Wow! Einfach klasse 🙂 ich freue mich mit. Wie bist du denn nun zu den Fotos gekommen?
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Stephanie Jaeckel 6. Oktober 2015
Ich war kürzlich zu Hause bei meinem Vater und als die Rede darauf kam, dass ich eine Stippvisite nach München machen werde, und dabei auch einen Tag an den Schliersee fahre, lachte mein Vater und meinte, dort hätten er und meine Mutter ihre erste gemeinsame Reise hin gemacht. Und schwups war von irgendwoher das Fotoalbum geholt. So war das 😉
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papiertänzerin 6. Oktober 2015
… oh, wie gut ich dass nachvollziehen kann! Die versteckten Seiten unserer Mütter (die tatsächlich mal jung waren, vielleicht sogar ausgelassen) Ich liebe die Geschichte über meine Mutter als sie beschwipst mit dem Fahrrad im Straßengraben landete und dort übernachten wollte. Wer hätte das gedacht?
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Stephanie Jaeckel 6. Oktober 2015
Es war tatsächlich so, dass sie mir als Mutter nicht besonders imponierte. Sie war ängstlich, stellte ihr Licht stets unter den Scheffel und passte sich bis zur Verrenkung den Wünschen meines Vaters an – zumindest aus meiner Sicht. Wie gut, sie als eigenständige Person zu sehen. Und wie schön, dass sie zumindest ein paar gute Jahre hatte.
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