Wie denn, wenn?

Wie, fragte mich neulich eine Freundin, sähe eigentlich Dein Traum-Wohn- oder Arbeitszimmer aus? Ich reagierte etwas harsch, bin ich es doch gewohnt, von wohlmeinenden Menschen auf die Enge meiner Wohnung hingewiesen zu werden mit der Frage: Willst Du nicht mal umziehen? Aber sie wollte mich gar nicht zum Umzug drängen, ihr ging es um die Fantasie, um das, was ich machen würde, könnte ich mir meine Wünsche mit einem Fingerschipps erfüllen. Ich musste erst mal lachen, weil ich merkte, wie schwer es mir fällt, Wünsche einfach so in die Welt zu setzen. Offensichtlich habe ich mir ein sehr erwachsenes, an den (vermeintlichen) Realitäten angepasstes Denken zugelegt: Ich überlege, was sinnvoll oder machbar ist, nicht, was ich wirklich gerne hätte. So ging das eine Weile, ich eierte rum, um dann auch noch mit dem Argument zu kommen, was es denn bringe, sich so ein Zimmer auszudenken, um dann nichts zu ändern. Natürlich bekam ich darauf keine Antwort. War ja eh ein Ablenkungsmanöver. Also habe ich noch einen Schluck aus einer sehr schönen Flasche genommen und überlegt. Und dann? Bekam ich super gute Laune. Und eins wurde plötzlich klar: Es geht bei der Frage gar nicht darum, meine Zimmer zu optimieren. Schließlich gefallen sie mir, so wie sie sind. Es geht wahrscheinlich eher um Alternativen. Um Möglichkeiten, die eigene Neugier mal über andere Wege wandern zu lassen. Da muss ich im Kopf die Möbel rücken, nicht unbedingt im eigenen Quartier. Mittlerweile habe ich Feuer gefangen, und einen richtigen Raumplan angelegt. Wahrscheinlich ist da demnächst wegen Überfüllung geschlossen. Macht nix. Ich habe noch einen riesigen Stapel Schmierpapier. Da kann ich erst mal unendlich anbauen.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 4

  1. Stephanie Jaeckel 15. August 2015

    Danke für das „schöne Arrangement“ – ich hatte mich leider beim Bewegen in meiner Wohnung (jaja, kommt vor) oft in dem pittoresken Gestrüpp verfangen. Das ist jetzt weg. Ein „Kollege“ hat jedoch in der Küche überlebt: Er steht höher, da komme ich selbst beim Rumwirbeln nicht dran.

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