Nesel sträwkcür? Nee, so war das nicht gemeint. Obwohl das ein frühes Hobby in meiner Alphabetisierungsphase war – und lustig. Aber wenn ich heute rückwärts lese, geht es eher darum, Autor/innen, die ich mit einem aktuellen Buch kennengelernt habe, zu ihren Anfängen zu folgen. Nicht unbedingt chronologisch. Schließlich nutze ich eine viel frequentierte Bibliothek (und einmal mehr: Ein Hoch auf die Berliner AGB!). Dort fiel mir Esther Kinskys Roman „Banatsko“ von 2011 in die Hände. Und das war vielleicht ein Aha und Hallo! Denn alles, was ich in ihrem Roman „Am Fluß“, sperrig fand, vielversprechend zwar, aber zu vorhersehbar, gewollt, und vieles was mir dort trotzdem rasend gut gefiel und mich immer tiefer in das Buch zog (was für wunderbare Leseabende waren das!) – ja, alles da. Also vielleicht nicht diese völlig surrealen Szenen, aber das kann ich noch nicht mit Bestimmtheit sagen, ich bin erst auf Seite 38. Aber da ist mir schon der Akkordeonspieler begegnet, wie er an seinem Fenster sitzt, in die Stille der Ebene lauscht und seine freigesetzten Traumfetzen, die er nachts mit seinem Instrument quetsch und beutelt, in seinem Herz und seinem Kopf treiben lässt. Esther Kinski lässt ihn denken „das ist das wahre Leben.“ Und ich denke an meine Zukunft in fünf Jahren. Das Foto ist natürlich nicht die Ebene, in die der Akkordeonspieler schaut, sondern einmal mehr eine Fahrbahn auf dem Tempelhofer Exflughafen. Wer das Cover von Banatsko kennt, erkennt vielleicht den Zusammenhang…
