Brett vor dem Kopf

Manchmal bräuchte ich eins. So ein ordentliches dickes Brett auf Augenhöhe, keineswegs – wie wohl ursprünglich verwendet, auf der Stirn, ich bin schließlich kein Ochse und ein Joch wünsche ich mir auch gar nicht. Aber einen Sichtschutz. Denn von meinen Sinnen sind die Augen die schnellsten. Kaum haben sie was gesehen, drehen sie den restlichen Körperfunktionen den Saft ab. Vor allem dem Denken (sollte das überhaupt zu den Körperfunktionen gehören). Ich gucke und gucke und gucke. Danach sind die Gedanken meist futsch. Und ich sitze oder stehe ziemlich verdattert da.

Am Schreibtisch spielt mir zum Glück der Bildschirm die letzten Aktivitäten zurück – auf eine Art ist er ja auch ein Brett vor dem Kopf. Aber so ein hartes Holz, gegen das ich meine zu oft gedachten Gedanken, neue Ideen oder unerhörte Einfälle auf Tauglichkeit klopfen könnte, wäre mir doch manchmal lieber. Statt dessen gucke ich scharfgeschnittene Löcher in die Luft. Am besten wäre natürlich ein/e geduldige/r Gesprächspartner/in, die mir dann gegenüber säße. Aber inserieren Sie mal nach einem Holzkopf!

P.S. Das Foto zeigt keineswegs ein Brett, sondern Bremsspuren auf der alten Start- und Landebahn des Tempelhofer Feldes.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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