Koffer packen

Wenn es ernst wird, das heißt, im „wirklichen Leben“ bin ich keine begeisterte Kofferpackerin. Im Gegenteil: ich misstraue jedem Koffer (auch den eigenen), denn fast immer sind sie innen zu klein und außen zu sperrig, und dazu noch weitestgehend unauffällig, so dass sie gerne ein paar Runden auf dem Gepäckband drehen, ohne von mir bemerkt zu werden.

Dabei,… in Gedanken habe ich immer schon gerne Koffer gepackt. Einfach so zum Zeitvertreib oder um mich an einen tollen Ort zu tagträumen. Ich glaube, angefangen hat es mit einer Art Dialogspiel, das ich mit meinem Vater stets auf Neue gespielt habe und das so ging, dass er mir aufzählte, was er alles für das Überleben im Urwald, in der Wüste, auf dem Mond, etc. einpacken würde. Später habe ich mir tolle Kleider ausgedacht, aber auch immer wieder coole Gadgets (oder wirklich brauchbare Utensilien), um unterwegs den überraschendsten Eventualitäten zu trotzen. Vielleicht ein bisschen so wie ein James Bond-Köfferchen, aber eben auch mit Forschungsgeräten à la Humboldt, Seidenschlafsack und Handtasche. Ebenso oft habe ich den Einsame-Insel-Koffer mit Schallplatten oder Büchern gepackt. Jetzt ist wieder Fernwehzeit. Ich sollte mal wieder Koffer packen. Für einen Traumurlaub am Meer. Und einen zusammenfaltbaren Koffer nicht vergessen, um alle Souvenirs auch wirklich mitbringen zu können.

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Avatar von Unbekannt

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 7

  1. Avatar von Birgit Böllinger

    saetzebirgit 30. Juni 2015

    Schau doch mal bei Philea`s Blog vorbei, da geht es um die Bücherkoffer, die man zur Urlaubszeit packt. Und das ist wirklich unterhaltsam, weil es ähnlich wie in Deinem Beitrag oftmals auch darum geht, dass der Koffer eher als Symbol für das Reisen und das Fernweh steht, im Alltag aber ein ziemlich sperriges Gerät ist. Ich mag auch lieber meine Knautschtasche 🙂

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  2. Avatar von Stephanie Jaeckel

    Stephanie Jaeckel 30. Juni 2015

    Eine Knautschtasche! Wie cool ist das denn!? Aber dann sagt man eben doch, ich packe meine Koffer, wenn’s woanders hin geht. Es gab doch mal so ein Kinderspiel, „Ich packe meinen Koffer“ – aber ich erinnere mich nicht, wie das ging. Kannst Du Dich erinnern?

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  3. Avatar von Birgit Böllinger

    saetzebirgit 30. Juni 2015

    Oh ja, ich liebte das Spiel als Kind (weil ich die Älteste war, daher das beste Gedächtnis hatte und meine Geschwister immer eingepackt, sprich gewonnen habe). Es geht so: Ich packe meinen Koffer und nehme mit…dann muss der Erste einen Gegenstand anfügen, der Zweite muss den ganzen Satz wiederholen und dann auch ein Wort anfügen, usw. usf…und ausgeschieden ist derjenige, der sich nicht merken konnte, was schon im Koffer war. Gibt es inzwischen auch online (aber was gibt es nicht online?). http://www.webspiele.de/online-game/512-ich-packe-meinen-koffer-spielen.htm

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