abstrakt oder konkret?

Seit November schneide ich Töne. Der Kurs läuft bei mir um die Ecke, die Atmosphäre ist entspannt und enorm motivierend. Ich bin wohl noch kein Mal nach Hause gekommen mit dem mauligen Gefühl, was nicht zu können (und genau dazu hätte ich allen Grund). Stattdessen kribbelt es mir immer schon in den Händen und im Kopf vor lauter Ideen, die ich als nächstes probieren könnte. Für mich steht an erster Stelle der Sprachschnitt. Doch läuft der Kurs unter dem Vorzeichen „musique concrète“, so dass wir an Geräuschen üben, die wir zueinander in Beziehung setzten, verändern oder sonst irgendwie choreographieren. Für mich ein tolles Übungsmaterial, bei dem ich mich nirgendwo in Inhalte verbeißen kann. Ich höre. Und suche den besten Weg. Die aktuelle Aufgabe lautet, einen Wassertropfen und einen asiatischen Handgong zu einer Geschichte? einem Stück? einer Übung? einem Hörspiel? zusammenzufügen. Erlaubt ist alles, was das Material hergibt. Sechs Minuten habe ich gebraucht (oder geschafft) – und sie gefallen mir gut genug, um mit einem Titel zu liebäugeln. Gar nicht so einfach, wenn ich keine Lesart vorgeben will. Weise ich auf die „Grundgeräusche“ hin, ohne die ja nix zu hören wäre, oder geht es mehr in Richtung der abstrakten Veränderung? Sollte ich mir technoide Phantasietitel zulegen (die im besten Fall wie gute Science-Fiction-Romantitel klingen) oder eher Wortspiele auf der konkreten Ebene suchen (die dann allerdings ins Behäbige abstürzen könnten) – ? Fragen sind das! Dabei sollte ich dringend die Wäsche waschen…

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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