Herzlichen Glückwunsch Herr Choris, Gott hab‘ Sie selig!

Am eigenen Geburtstag zu sterben, ist schon schlimm genug – ausgerechnet an diesem Tag umgebracht zu werden – dieses Los ist selten und erscheint als böser Einfall des Schicksals: Ludwig Choris, am 22. März im ukrainischen Dnipropetrowsk geboren, wurde an seinem 33. Geburtstag in Mexiko auf dem Weg nach Xalapa von – wie es in den Biografien heißt – Banditen überfallen und ermordet. Choris war als Forschungsreisender, Maler, Zeichner, Lithograph viele Jahre an der Seite Adelbert von Chamissos unterwegs, dessen Reisebeschreibungen später mit seinen Illustrationen erschienen. Er war ein wacher Geist und hatte nichts gegen die beengten Verhältnisse auf dem Forschungsschiff. Er nahm mit Chamissos Pflanzensammlung als Kopfkissen Vorlieb (damit der Platz sparende Kapitän sie nicht über Bord warf) und porträtierte nicht nur Kadu, den schönen hawaiianischen Freund Chamissos, mit Vergnügen.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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