Eine von vielen oder etwas Besonderes?

Als junges Mädchen stand die Antwort für mich fest. Ein besonderes Leben oder gar keins wollte ich führen. Das ist wohl eine Idee, die vor allem in der Provinz wächst und mich in dieser Hinsicht eindeutig als eine von vielen auszeichnete. Immerhin bin ich von zu Hause weg gegangen, habe ein Wolkenkuckucksheimstudium absolviert und derweil gemerkt, wie anspruchsvoll es ist, überhaupt ein Leben zu führen. Lange schon habe ich mir die Frage nicht mehr gestellt. Weil ich zum Beispiel „berühmt sein“ oder glamourös leben nicht mehr als so besonders einschätze. Erfüllte Wünsche sind mir weniger wichtig, erreichte Ziele kaum mehr Lebensmarken. Dennoch empfinde ich mein Leben weder als langweilig noch als durchschnittlich. Vielleicht ist die Vorstellung, eine von vielen zu sein, für „ausgewachsene“ Menschen nicht mehr so vernichtend? Aber wäre das schon Resignation?

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 5

  1. Avatar von Stephanie Jaeckel

    Stephanie Jaeckel 13. März 2015

    Eine Freundin meiner Freundin ist neulich mit einem Schlag berühmt geworden. Zack – kaum ist es passiert, kannst du es nicht wieder rückgängig machen. Erfolg zieht immer (und damit meine ich wirklich immer) Neid nach sich. Auch unter Freunden. Und dann ändert er dein Leben. Privates hat kaum noch Platz. Viele Reisen (was toll ist), viele Menschen (was anstrengend sein kann), dauernde Aufmerksamkeit (puh). Angst hätte ich nicht. Mit dem vielen Geld lässt sich auch Gutes unternehmen. Die Sache ist unglaublich anstrengend. Und zerrt an dir. Wenn ich die Freundin meiner Freundin ansehe, merke ich, ich habe nicht die Konstitution dafür. Früher wäre ich darum traurig gewesen. Heute bin ich froh, dass es die Richtige getroffen hat.

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  2. Avatar von Stephanie Jaeckel

    Stephanie Jaeckel 13. März 2015

    Ja, jetzt tanzen sie wieder, die Tulpen, wie Maren das so schön beschrieben hat. Ich weiß oft gar nicht, worüber ich mich mehr freuen soll: über die schönen Farben der Köpfchen, die Blütenblätterformen oder eben über die enormen Bewegungen, die sie in der Vase unternehmen. Wie Feuerwerk springen sie da gelegentlich in die Höhe. – Lebensweisheit!? In dem Alter bin ich also schon – !? 😉 Ja, solange man die eigenen Ziele nicht aus den Augen verliert, ist der Abschied vom Berühmtheitstraum kein Zurücknehmen von – hm, Schwung – sondern (vielleicht) eine Enttäuschung weniger…

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