Wait and see

Die Karten sind gespielt, die Verhandlungen abgeschlossen. Und jetzt heißt es warten. An der Supermarktkasse warten habe ich schon gefühlte Ewigkeiten und drei Tage geübt. Ich mache ein paar Lockerungsübungen im Kopf, denke mal hier und mal dorthin. Da hat es tatsächlich schon Überraschungen gegeben. Oder ich gucke mir die Einkäufe der um mich herum Stehenden an. Stelle mir die passenden Familienmitglieder dazu vor oder die Gerichte, die aus den zusammengetragenen Zutaten entstehen könnten. Aber jetzt stehe ich an keiner Kasse an. Ich sehe nicht, ob ich vielleicht schon ein paar Zentimeter vorgerückt bin. Klar, ich kann noch einmal alle Szenarien durchspielen. Und mir sagen, dass es auch zweite und dritte Lösungen gibt. Ist Warten die Sache vergessen oder sie im Kopf behalten? Also warten und gleichzeitig sehen oder erst warten und später sehen? Abwarten und Tee trinken hat zumindest eine Tätigkeit für den Augenblick parat. Obwohl ich kaum tagelang Tee trinken mag. Überhaupt!? Gilt für diesen Fall auch Kaffee?

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 2

  1. Avatar von Maren Wulf

    Maren Wulf 27. Februar 2015

    Dein kreativer Umgang mit der Anstehzeit an der Kasse gefällt mir gut. Durch die Verschiebung des Fokus ist es auch fast schon kein Warten mehr. Oder, um auf eine deiner Fragen zu antworten: Nein, ich glaube nicht, dass Warten und die Sache vergessen zusammengehen. Das macht das Warten ja bisweilen so anstrengend.

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