Wer im Glashaus sitzt,

sollte vielleicht besser Kunst zeigen, statt Steine zu werfen. Dachten sich findige Pächter, die das Gebäude 501 kurzerhand zur Galerie ausriefen. Ein Stuhl ist jedenfalls da, für Kunst dagegen ist kaum Platz. Gedankenkunst passt vermutlich rein. Weil das Häuschen geschlossen war, bin ich mit meinen Gedanken ein paar Mal drumherum gekreist (= keine Kunst). Auf der Webseite habe ich später gelesen, dass sich drinnen mal jemand Gedanken über das Betrachten des Himmels gemacht hat. Was denn zu tun sei, so seine Frage, wenn ihn einer oder eine auffordere, den Himmel zu betrachten. Wahrscheinlich lag die Kunst in der Antwort. Blieb mir also nichts, als bei den Grimms mal nachzuschauen. Und was lese ich da? „wer ein haupt von glase hat, muss nicht mit steinen fechten“ (1685) Na!? Isses nicht unglaublich!?

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 2

  1. Avatar von mickzwo

    mickzwo 23. Februar 2015

    Das erinnert mich an die neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Da wurden überall die Innenstadttankstellen geschlossen. Eine von diesen wurde für kurze Zeit das Domilizil eines Malers. Der stellte seine Bilder in die Sonne, eben ans Licht nach draußen. Wenn genügend Träger da waren hat er auch Umzüge mit Bildern veranstaltet. das sah dann wie eine Kunstdemo aus. Bei schlechten Wetter wurden die Bilder in der Tanke untergestellt.

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