Fürwahr ein beliebtes Kinderspiel, was Kunsthistoriker/innen gut und gerne als Werkzeug pflegen und nutzen sollten, könnten, wenn nicht… (aber das ist ein anderes Kapitel). Bei diesen steinernen Herrschaften zum Beispiel kann ich nicht anders, als einen Motorradfahrer (von meinen Eltern noch selbstverständlich „Rocker“ genannt) mit seiner „Braut“ zu sehen, und nicht, wie vom Künstler vorgesehen „Tritonen aus mythischer Zeit“, die in Berlin-Schöneberg Nymphen über die eiszeitliche Fenn-Rinne tragen. Die Sache ist nicht besonders stichfest, weil ich hier auch keine wirkliche Recherche aufgemacht habe. Tatsache ist, dass es zur Zeit als Richard Guhr die beiden Mythenwesen bildhauerte, schon Motorräder gab (in Deutschland damals durchaus auch Reiträder genannt). Da könnte eben ein armer Prüfling, dem eine Postkarte von diesem Artefakt vorgelegt wird, einen Treffer mit „Anfang 20. Jahrhundert“ landen, wenn er oder sie sich nur auf das Sehen von dem, was andere sich vielleicht nicht zu sehen trauen, verlässt. „Abseitig gucken“ könnte man dieses Verfahren vielleicht auch nennen. Ein schönes Spiel. Und ein stiller Hinweisgeber. Wenn man ohne zu schummeln spielt.
