Träume sind Schäume, weiß der Volksmund, meine Träume waren meist Hochleistungssport, galt es doch in einer einzigen Nacht mindestens 50 verschiedene Settings zu durchrennen, -fahren, -fliegen, -radeln oder in leise dahin schwimmenden Booten zu durchdümpeln. Ich stellte mir meine Traummeisterin wie eine etwas schlampige Cutterin vor, Zigarette im Mundwinkel und alle paar Minuten eine Kaffeepause (oder zumindest ein Gang zum Automaten). Auf eine Handlung oder Lesbarkeit des Traums achtete sie nie. Einzelne Sequenzen wurden so aneinander geklebt, wie sie sie – scheinbar achtlos – aus meinen Gedanken, Blicken, Sehnsüchten kopierte. Sie mochte Großstädte, Straßenschluchten, Häuser, die sie mit Leichtigkeit durchquerte, Flughäfen, fremde Menschen. Wurde ich wach, hatte ich eine weite Reise hinter mir. Meist war ich außer Atem. Und dann wurde ich letzte Woche wach und erinnerte mich an meinen ersten „richtigen“ Traum, also einem mit einem Anfang und einem Ende (auch wenn beide eher lose waren), einer „Story“, einem sorgsam geführten Ablauf und scheinbar in Echtzeit, also nicht dauern auf der schnellen Vorspultaste. Bis letzte Nacht blieb es dabei. Ganze Träume. Jetzt bin ich irritiert: Wagt meine Traummeisterin einen Neuanfang oder wurde sie etwa ausgetauscht?

papiertänzerin 15. Februar 2015
… vielleicht läßt sie sich von deinem Neuanfang inspirieren?
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Stephanie Jaeckel 15. Februar 2015
Du meinst, wenn ich öfters an Land schwimme, verschwimme, könnte das die Träume in einen anderen Fluss bringen? Schöne Idee. Und besser, als die von einer neuen Traummeisterin allemal.
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