Kill your darlings…

Zu viel. Das ist die verblüffende Erkenntnis meiner heutigen Hausaufgabe. Ich hatte etwa eine Minute mit Sounds zu füllen, mit Knistern, Knallen, Rascheln, Klopfen, Klimpern, Geräuschen aus der Umwelt für’s Erste, die sich mit etwas Augenmaß, Tricks und glühenden Ohren zu Unerhörtem wandeln – Raumschiff Enterprise, meine zweite große kindliche Leidenschaft, lässt grüßen. Wie viel Arbeitszeit in so einer Minute stecken kann, das ist die erste Lektion. Aber dann wackelte hier was, da schien mir der Übergang zu abrupt, alles nicht so recht geschmeidig, kurz, nicht fertig. Und dann eben kam die zweite Lektion: Was mir zu wenig, zu wenig durchgearbeitet, zu wenig profiliert erschien, war für meinen Lehrer die pure Überfüllung. „Viel zu viel“, lachte er. „Damit kannst du locker sechs, ach was, acht Minuten füllen. Vertrau‘ den einzelnen Sounds. Stell‘ sie dir mit einem Gesicht vor. Lass‘ sie hervortreten, gib‘ ihnen Platz. Mach Pausen. Schmeiß‘ erst mal zwei Drittel raus.“ Also wieder raus mit den schön getüftelten Tönen. Kill your darlings. Und sei froh, dass du so viele Ideen hast!

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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