Warum ich manchmal doch gerne vom Himmel falle…

Nein, das wird jetzt kein Bekenntnis zum Extremsport, es geht um eine Frage, die ich mir immer wieder stelle: Warum üben wir (also sagen wir mal, die meisten von uns) so ungern? Spielerisches Lernen als Kind mag ja noch angehen. Aber wenn es ernst wird – und es wird ernst – ist Üben eine Hausaufgabe, ein stundenfressendes Ungeheuer, ein Käfig, eine Wiederholung, die scheinbar ins Unendliche reicht, eine große Einsamkeit (ich meine hier nicht die Probe: Die ergibt ein eigenes Kapitel). Die tiefsten Langeweilen haben mich beim Üben überrollt. Die schlimmsten Wutanfälle auch. Ich tue was, ich kann es nicht, ich tue es wieder, wieder nicht, wieder, besser, wieder, geht gar nicht, wieder, wieder, wieder, wieder, ich verkrampfe mich, wieder, mir wird schwindlig, wieder, besser, wieder, gar nicht, wieder, was bringt das eigentlich, wieder, es sind erst fünf Minuten vergangen, wieder, wieder. Dabei. Ich weiß, dass es auch anders geht. Indem ich mehr probiere, mich nicht vom (noch) Nicht-Können einschüchtern lasse. Vielleicht ist mir Üben so mühsam, weil es kein Rezept gibt. Vom Nicht-Können zum Können kann ich mir nirgends eine Gebrauchsanleitung abholen. Ich kann mir Können abschauen, ich kann ausprobieren und mit Geduld wiederholen, was nicht von selbst klappt. Dabei gelegentlich als Meisterin kleiner Details vom Himmel zu fallen, kann in solchen Fällen ein Glücksfall sein.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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