Schreiben, Fortsetzung

Schreiben bedeutet unter den Zäunen herkriechen, über Bäche springen, Felder durchqueren, Umwege gehen, nachts nicht nach Hause kommen. Schreiben bedeutet, Löcher in den Manteltaschen zu haben, aus denen die schönsten Steine fallen, die große Liebe nur von Weitem zu sehen, von den Hunden gejagt – oder zumindest beargwöhnt zu werden. Schreiben ist ein dauerndes Unterwegssein. Im Grunde gibt es kaum eine Rast. Schreibend gilt es, ein stetes Ungleichgewicht auszuhalten. Es ist zu kalt oder zu heiß oder zu dunkel oder es regnet ganz einfach (zu viel). Schreiben ist kauen. Proust sagt (leider nur ungefähr zitiert): Meisterwerke sind IMMER in einer Art Fremdsprache geschrieben. Schreiben bedeutet an Grenzen zu gehen. An Grenzen entlang zu gehen. Hinzufallen. Stil ist wenige Schritte vor der Musik.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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