Warum sind wir eigentlich befreundet?

Die Unendlichkeit zu durchmessen – das hätte ich als kleines Mädchen sicher nicht sagen können. Aber die Idee, „mit Dir gehe ich egal wohin“ kannte ich schon. Gesten machen uns zu Freunden, vermutet Deleuze, wir senden Zeichen aus und wer die Zeichen liest, wird unser Freund (und umgekehrt) – auch wenn er/sie nicht unbedingt gleicher Meinung ist. Sprachgesten sind enorm wichtig, ein falscher Satz kann eine aufkeimende Freundschaft zerstören. Ob das Herz dabei den Takt unserer Gesten schlägt? Und den Rhythmus unserer Silben? Der französische Schriftsteller und Journalist Maurice Blanchot sagt: Kein Denken ohne Freunde (und ich füge diskret hinzu: Freundinnen). Ich sage: Ohne Freund/innen kein Lachen auch in dunklen Tagen. Mit gegenseitigen Gesten die Unendlichkeit zu durchmessen: Eine Definition für Freundschaft?

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 2

  1. Avatar von Stephanie Jaeckel

    Stephanie Jaeckel 12. Januar 2015

    Nach meiner Erfahrung – und ich bin überhaupt keine Fachfrau für Freundschaften und Liebe – kommt das vertraute Schweigen erst ein wenig später. Und auch hier gelten Zeichen, wenn sie eben „nur“ Gesten sind oder Blicke. Für mich würde es immer einen Satz geben, der auch eine lange Freundschaft zerstören könnte. Oder der zumindest Misstrauen wecken würde. Aber 😉 das ist nun wirklich nicht die Regel.

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