Fließende Wünsche

„Was wünschst Du Dir?“ ist eine häufig gestellte Frage vor Geburtstagen. Was wünsche ich mir? Oh, dass diese Frage überflüssig wäre: Wo sind die Menschen, die mir alle Wünsche von den Augen ablesen? Von wegen! Eigenen Wünschen auf die Spur zu kommen ist wesentlich komplexer als Wunschlisten zu schreiben. Obwohl die helfen – manchmal. Wünsche entstehen aus dem, was ich gerade tue, womit ich mich beschäftige. Weniger aus dem, was ich (nicht) habe. Eine Espresso-Maschine scheint dieses Jahr dringender zu sein als letztes, wo sie auch schon auf der Liste stand, allein deshalb, weil ich öfters Freunde einladen möchte in nächster Zeit. Neue Bücher sind weniger wichtig geworden, seitdem die AGB auch Neuerscheinungen bereitstellt. Wünsche entstehen auch aus neuen Perspektiven. Wo ich gerade Geräuschen auf der Spur bin, kann ich mir plötzlich vorstellen, Gitarre zu spielen (bzw. erst mal zu lernen). Das wäre noch vor einem Monat undenkbar gewesen. Insofern ist es vielleicht lästig, eine Wunschliste zu erstellen, aber vielleicht auch mehr als ein Stichwortgeber eine Art Reiseplan für die nächsten Monate.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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