Schreiben

Mit der Hand Linien ziehen. Wobei!? – Die Druckbuchstaben von heute ähneln eher Buchstabenprozessionen, mächtigen Zeichenkolonnen. Ursprünglich geritzt, gekratzt für die Ewigkeit, für das vergessliche Gedächtnis, für die Verwaltung, die Enkel für – was eigentlich? Wer professionell schreibt, arbeitet für ein Publikum oder für eine Zielgruppe, wenn es besonders schlimm kommt. Wer schreibt, schreibt vielleicht auch für die, die nicht schreiben (können). Schreibend sich versichern ist fast so etwas wie ein Reflex, wie mir scheint. Schreibend vom Weg abkommen wahrscheinlich die edelste Aufgabe. Auf dem Limit schreiben, auf scharfem Grat. Deleuze sagt „d’en sortier“: rausgehen.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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