„Verstehen kann man das Leben nur rückwärts. Leben muss man aber vorwärts“, schrieb Sören Kierkegaard im Laufe seines kurzen Lebens. Was übrigens auch für Träume gilt: Traumanalysen fallen uns deshalb so schwer, weil wir unsere nächtlichen Filme von hinten nach vorne aufrollen, nacherzählen müssen. Wem eine entscheidende Pointe, ein Richtungswechsel entgeht, verliert den Faden und kommt nie am Anfang an. Beginnt ein neues Jahr, bleiben wir manchmal stehen und schauen mitten im Film zurück. Wie auf einer Brücke, deren eine Seite im Gestern, die andere jedoch im Morgen steht. Dabei, dachte ich heute, müsste doch von jedem Moment aus ein Blick zu allen Seiten möglich sein. Bloß wie nur?
