Ein- und Ausgänge

Zum Jahresende wünsche ich mir einen Januskopf. Denn schon wieder lockt hier der Rückblick, da aber auch schon ein Blick in die Zukunft und auf neue Horizonte. Beides ist reizvoll, aber nur durch wildes Hinundherwerfen des einen Kopfes möglich (Kopfschmerzen inklusive). Janus ist ein vergessener Gott. Ohne griechische Wurzeln galt er den Römern als Hüter der Ein- und Ausgänge und als Vater aller Dinge. Dennoch sprach man von ihm auch als zwiespältigen Gesellen: Der Herr Sowohlalsauch im Gegensatz zu seiner Schwester Entwederoder. Vielleicht macht mich dieser Zwiespalt zwischen Weihnachten und Neujahr jedes Mal aufs Neue schwindelig. Und ich wende mich hin und her, um ein paar Fäden zu knüpfen zwischen den vergangenen und den kommenden Monaten, manchmal scheint es mir als werfe ich Köder aus in die noch ungesehenen Tage und Nächte.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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