Kaum zu glauben, aber offensichtlich wahr: introvertierten Menschen läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn sie ein Zitronenbonbon lutschen (oder nur daran denken, ein Zitronenbonbon zu verzehren), während Extrovertierte eher cool bleiben, d.h. trockenzüngig. Aber das ist es dann auch schon. Introvertiert oder extrovertiert zu sein, ist weniger wesentlich für das Leben, das wir führen, als früher noch gedacht. Auf der einen Seite sind wir Menschen mit 30 halbwegs festgelegt auf unsere Charaktereigenschaften, doch bleibt immer genug Spiel: die ganze andere Hälfte. Wir sind, verkürzt formuliert, das, was wir uns vornehmen. Und hier – ich nehme eine Abkürzung – kommen wir auch zum glücklichen Leben. Denn das ist nicht durchweg „happy“, sondern hat mit den Aufgaben zu tun, die wir uns stellen (bitte nicht mit Zielen verwechseln). Glück – so habe ich kürzlich im BBC gehört – ist fast so etwas wie die Schwundform eines guten Lebens. Noch eine schöne wissenschaftliche Erkenntnis: Guter Geschmack ist ein Hinweis auf große Sensibilität. Und die verspricht eine große Glücksfähigkeit.
Mehr (und Genaueres) zu dem Thema: Brian R. Little, Me, Myself and Us: The Science of Personality and the Art of Well-being. PublicAffairs Books 2014.
