Als sehr junge Frau habe ich mich geschämt, auf der Straße den Fotoapparat zu zücken. Lange lag die Kamera (und dann noch eine und noch eine) unbenutzt in der Schublade. Eine große Reise schien mir Grund genug, es noch einmal zu probieren. Um festzustellen, Monate später, dass diese Fotos (alles Schnappschüsse) mir die Erinnerungen wie frisches Obst präsentierten: duftend, in saftigen Farben, prall. An schlechten Tagen denke ich, es ist immer ein und dasselbe Foto. Ich kann nicht einmal behaupten, ich hätte gesehen, was die Aufnahme später zeigt. Vielleicht ist es die unwiderstehliche Lust am „Jetzt!“, die mich treibt?

Gertrud Schneider 26. Dezember 2014
Was für eine schöne Liebesgeschichte!
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