Jetzt!

Als sehr junge Frau habe ich mich geschämt, auf der Straße den Fotoapparat zu zücken. Lange lag die Kamera (und dann noch eine und noch eine) unbenutzt in der Schublade. Eine große Reise schien mir Grund genug, es noch einmal zu probieren. Um festzustellen, Monate später, dass diese Fotos (alles Schnappschüsse) mir die Erinnerungen wie frisches Obst präsentierten: duftend, in saftigen Farben, prall. An schlechten Tagen denke ich, es ist immer ein und dasselbe Foto. Ich kann nicht einmal behaupten, ich hätte gesehen, was die Aufnahme später zeigt. Vielleicht ist es die unwiderstehliche Lust am „Jetzt!“, die mich treibt?

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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