Weihnachtsgeschenke?

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: ich mag Weihnachtsgeschenke. Solche, die ich auspacken darf und solche, die ich für Freundinnen, Freunde und Familie verpacke. Geschenke sind wie Hunde, sie laufen Nase an Nase. So sagen es brasilianische Waldbewohner. Und da ist was dran, denn Geschenke ziehen Geschenke nach sich. Oft genug zur Freude aller Beteiligten. Dennoch kommen in diesen Vorweihnachtstagen regelmäßig Zweifel auf: Was schenken? Wem? + Wann? Und gibt es vielleicht doch ein Alter, von dem an man auf Geschenke verzichten könnte? Weil man sich alles in Weihnachtsgeschenkgröße selber kaufen kann oder könnte. Weil eigentlich schon lange nix mehr ins Regal passt, weder im Wohn-, im Schlaf- noch im Badezimmer. Weil einem die Wünsche angesichts der unaufgefordert zugeschickten Kataloge, der Sonderbeilagen und mittlerweile aus allen möglichen Straßen quellenden Winter(!)märkte so langsam vergehen. Weil es immer jemanden gibt, der etwas dringender gebrauchen könnte.

Andererseits – was wäre mein Alltag ohne dieses unsägliche Parfum namens Poison, das ich mir, ich schwöre es, nie im Leben gekauft hätte, das sich aber wunderbarerweise mit meiner Haut bestens verträgt und einen durchaus feinen Duft abgibt? Was ohne die drei Glücksschweinchen, die mich anlachen, wenn mir so gar nicht nach Lachen zumute ist? (Hätte ich mir allen Ernstes Glückschweinchen gekauft?) Was ohne die kratzige Wollunterwäsche, mit der ich bislang jeden Berliner Winter überstanden habe? Was ich sagen will? Gebt Geschenken eine Chance! Vor allem den unscheinbaren. Oder denen, die fast schon daneben liegen. Sie können eine ungeheure Überraschung bergen – später. Insofern: Weihnachtsgeschenke!

Filed under: Allgemein
Avatar von Unbekannt

von

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Hinterlasse einen Kommentar