„… die Motive sind schön, und ich verbringe auf diese Art meine Tage viel angenehmer als anderswo.“ So schreibt Paul Cézanne einen Monat vor seinem Tod an seinen Sohn, der wie er selbst Paul Cézanne heißt. Seine Tage sind gezählt, er fühlt sich verstört, von seinem Gehirn mehr und mehr im Stich gelassen, er lebt, wie er zu einer anderen Gelegenheit schreibt, in einem leeren Raum. Dennoch zieht es ihn hinaus. Und er wird, quasi bis zum letzten Atemzug, nicht müde, die Natur als einzigen Gegenstand des Künstlers zu predigen, Kunst könne nicht aus Kunst entstehen: wer so denke – dieser Seitenhieb geht an den Freund und Malerkollegen Emile Bernard – sei bloß ein mit Museumserinnerungen vollgestopfter Intellektueller. Cézanne packt weiter jeden Tag seine Sachen, geht ans Ufer des Arc und stellt seine Sachen bei einem Mann namens Bossy unter. Ob er auch anderen Künstlern, Musikern zum Beispiel, geraten hätte, in die Natur zu gehen? Am Ende starb Cézanne auch draußen, vor dem Motiv, wie er es nannte. Vor 108 Jahren und einem Tag, im Garten, wo er unter einer Linde an einem Porträt seines Gärtners arbeitete.
