Ich verliere Zeit,

wenn ich renne. Diesen Widerspruch habe ich lange nicht verstanden. Und ich bin auch noch lange nicht soweit, mit dem Rennen aufzuhören. Es ist einfach zu verlockend. Nur einen Atemzug stehen zu bleiben, ist manchmal schon der Ausweg. Wie in Alpträumen, in denen der Verfolger näher kommt, je schneller man rennt. Und der plötzlich an einem vorbei stürzt, nur weil man sich umdreht und auf ihn zugeht.

Manchmal verliere ich Zeit, weil ich Dinge nicht aus vollem Herzen tue. Geschenkt, dass nicht jeder Abwasch, nicht jede gebügelte Hose die ganze Aufmerksamkeit bekommt. Aber Unaufmerksamkeit ist verlorene Zeit, außer vielleicht, mir kommt gerade in einer fast schon abgeschalteten Gehirnwindung eine fantastische Idee. Ich verliere Zeit, wenn ich Dinge tue, die ich gar nicht tun will. Falsche Versprechungen, ein schlechtes Gewissen oder Trägheit, die mich hindern, sofort mit diesem oder jenem aufzuhören – und sei es nur, ein schlechtes Buch weiter zu lesen.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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