Guten Morgen, Montag!

Der Alltag hat uns wieder, nach einem langen Feiertagswochenende. Noch ein Montag, der die Tür öffnet für einen Haufen von Alltagen, die, im schlimmen Fall gleichförmig verstreichen, einer wie der andere. Erst die Historiker des 20. Jahrhunderts entdeckten den Alltag als Forschungsgebiet. Hier klingt der Befund anders. Golo Mann schreibt begeistert von dem „wirklichen Leben, in der Breite, so wie es sich selbst darstellt“, von dem „bunten“ Leben wie von einem unversiegbaren Füllhorn für die Wissenschaftler. Wer am Fuße eines Montags steht, mag die dem Alltag symptomatische (oder zumindest zugesprochene) Abwesenheit des Besonderen fürchten. Alltagshistoriker wendeten die Perspektive. Für sie ist jeder einzelne Mensch Subjekt. Schon die Romantiker wollten vom „langweiligen Alltagsgewäsch“ nichts hören. Friedrich Schlegel ging – so jedenfalls ist es überliefert – als Schüler morgens auf Umwegen zur Schule, auf der Suche nach dem Besonderen im Alltäglichen. „Nichtsahnend ging ich aus dem Haus, als plötzlich…“ Einen guten Start in die Woche!

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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