Wen die Katze ins Auge fasst,

mag sich unbeobachtet wähnen, oder sich schämen, wie Derrida, der sich einst zu Hause nackt von einer seinen Katzen überrascht fühlte. Bin ich ein Tier, und sind wir uns deshalb ähnlich? Oder ist das, was da im Körbchen hockt, etwas so anderes, dass es mich nicht mal sieht? Derrida war unbehaglich bei diesen Alternativen. Vor allem bei der für Menschen so selbstverständlichen Annahme, dass Tiere – zumindest uns gegenüber – Mängelwesen sind. „Ich spreche, also bin ich ein Mensch.“ Aber spricht nur der Mensch in mir und sagt etwas, fragte sich Derrida, während das Tier, das ich auch bin, schweigt? Ludwig Wittgenstein vermutete, dass wir den Löwen nicht verstehen könnten, würde er sprechen. Die Katze sagt nichts. Ich kann mich in ihrem Blick spiegeln, und am eigenen schweigenden Ich fremd fühlen. Wäre da nicht noch eine Frage, die Derrida sich stellte: Leben die Tiere und ich überhaupt im selben Moment?

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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