Und ich bin längst nicht die erste, die das schreibt, denn es handelt sich (die Anführungsstriche rufen es laut aus!) tatsächlich um ein Zitat. Rainer Maria Rilke beginnt mit diesem Satz einen Brief vom 24. Oktober 1907 an seine Frau. Und es ist keineswegs das Grau des Alltags, auf das er noch einmal zurückkommt, sondern das Grau in den Bildern Cézannes, die er für einige Wochen in Paris gesehen hat, täglich, denn er konnte überhaupt nicht genug bekommen. Seine Überraschung (unter vielen): Cézanne malt kein Grau, denn da, wo es grau aussieht, ist etwas anderes: „Seinem (Cézannes) immens malerischen Blick bestand (das Grau) nicht als Farbe: er kam ihm auf den Grund und fand es dort violett oder blau oder rötlich oder grün.“ (Weiterzulesen in: Rainer Maria Rilke, Briefe an Cézanne, Insel Taschenbuch 672, Frankfurt/M. 1952). Rilke kannte sein eigenes Grau, und der Leser oder die Leserin seiner Briefe muss eine große Geduld (oder gar Freude) aufbringen ob seiner ausführlichen Beschreibungen des Regens, der in jenem Herbst auf Paris niederging.
