Schlagwort: Alltag

Zeitschleuder

Ich schwöre, in Berlin ist noch der 3. Januar. Und: in ein paar Tagen habe ich Geburtstag. Die Zeit wird also auch mich bald noch ganz anders in die Mangel nehmen. Wie sagten die beiden alten Hasen nochmal? Allez hopp!

In alle vier Himmelsrichtungen…

„Verstehen kann man das Leben nur rückwärts. Leben muss man aber vorwärts“, schrieb Sören Kierkegaard im Laufe seines kurzen Lebens. Was übrigens auch für Träume gilt: Traumanalysen fallen uns deshalb so schwer, weil wir unsere nächtlichen Filme von hinten nach vorne aufrollen, nacherzählen müssen. Wem eine entscheidende Pointe, ein Richtungswechsel entgeht, verliert den Faden und […]

Viel Geld, wenig Zeit

scheint eine Konstante in menschlichen Gemeinschaften zu sein. Die Idee zum Beispiel, dass alte Adlige viel Geld und viel Zeit gehabt hätten, gilt als widerlegt: sie haben hart gearbeitet, was bei ihnen mit hart feiern zusammenfiel (im Gegensatz zu heute). Wer eine tolle Wohnung hat – oder gleich mehrere – kommt oft nicht in den […]

Ein- und Ausgänge

Zum Jahresende wünsche ich mir einen Januskopf. Denn schon wieder lockt hier der Rückblick, da aber auch schon ein Blick in die Zukunft und auf neue Horizonte. Beides ist reizvoll, aber nur durch wildes Hinundherwerfen des einen Kopfes möglich (Kopfschmerzen inklusive). Janus ist ein vergessener Gott. Ohne griechische Wurzeln galt er den Römern als Hüter […]

Der Zitronenbonbon-Test

Kaum zu glauben, aber offensichtlich wahr: introvertierten Menschen läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn sie ein Zitronenbonbon lutschen (oder nur daran denken, ein Zitronenbonbon zu verzehren), während Extrovertierte eher cool bleiben, d.h. trockenzüngig. Aber das ist es dann auch schon. Introvertiert oder extrovertiert zu sein, ist weniger wesentlich für das Leben, das wir führen, […]

Das Leben ist kein Adventskalender

auch wenn der Dezember uns jedes Jahr aufs Neue in geordneten Bahnen durch den Parcours schickt. Welches Türchen zu öffnen ist, lässt sich mit dem Blick auf den Kalender schnell ermitteln, und wer einen Tag verpasst hat, darf auch mal zwei aufknicken. Im wirklichen Leben (was auch immer das für die eine und den anderen […]

Im Schatten der Nacht,

die seit Taaaagen in unseren Breiten schon zur besten Kaffee+Kuchen-Zeit hereinbricht, bin ich noch einmal zum Potsdamer Platz gelaufen (in steter Deckung vor einem ziemlich zauseligen Wind). Schließlich wollte ich dokumentieren was ich damit meine, wenn ich gegen eben diesen Platz anpoltere. Also, das ungefähr meine ich: Eine Hochhausdichte, die man so nicht mal aus […]

Mit Karacho zu lesen,

die Zeilen zu überfliegen, wie ein Düsenjet die Landschaft unter ihm, kann ein rauschhaftes Erlebnis sein, führt aber nicht selten zu merkwürdig schlierigen (wenn auch leuchtenden oder anderweitig beeindruckenden) Leseerinnerungen. Was ein Glück, dass Bücher nicht fliegen können. Auf diese Weise bleiben sie meist (wenn nicht anderweitig verladen) im Regal und können gerne noch einmal […]

„Ich gehe täglich in die Landschaft,…“

„… die Motive sind schön, und ich verbringe auf diese Art meine Tage viel angenehmer als anderswo.“ So schreibt Paul Cézanne einen Monat vor seinem Tod an seinen Sohn, der wie er selbst Paul Cézanne heißt. Seine Tage sind gezählt, er fühlt sich verstört, von seinem Gehirn mehr und mehr im Stich gelassen, er lebt, wie […]