Wer keine Kinder hat, setzt auch hier eine, und alle folgenden Runden aus. Das mag zunächst beruhigen. Wer will heute schon Oma sein? Also, nicht konkret für das neue Kind, das in die Familie kommt, sondern als Sozialstatus. Oma, wie gruselig! So habe ich zumindest lange gedacht.
Bis ich gemerkt habe, dass ich auch so immer älter werde. Ich erinnere mich nicht mehr genau, wann mir klar wurde, ins Seniorenfach zu wechseln. An der UdK, als ich ein Erstsemester-Seminar besucht habe? Im Job, wo meine Auftraggeber mittlerweile alle (=ALLE) jünger sind, als ich? In Museen, wo ich als Besucherin Gleichaltrige immer wieder für „ältere Leute“ halte?
Nein. Oma werde ich in diesem Leben nicht mehr. Aber natürlich bin ich es längst. Als meine Cousine Oma wurde, als meine französische Freundin ein Enkelkind bekam, schwante mir, dass meine Stunde geschlagen hat. Seitdem bin ich zumindest vor mir selbst Oma. Und doch ja, es hilft. Denn ohne Familie lässt es sich ganz bequem über Jahrzehnte als ewige Studentin, bzw. Berufsanfängerin leben: Das Erwachsen-Sein hat doch gerade erst angefangen? Ich darf alles, muss niemandem Rechenschaft abgeben, lebe mein eigenes Pipi-Langstrumpf-Leben. Auf eine Art erdet mich die Oma. Ich habe zwar meine Familie nicht weiter gebracht. Aber ich habe einen Lebensweg absolviert, und nicht nur in die Tage gelebt.









