Musik hören

Man könnte meinen, man wisse schon, wie das geht. Musik hören wir tatsächlich häufig, manchmal ungefragt, in Cafés, Geschäften oder sonst irgendwo unterwegs. Oder absichtlich zu Hause oder quasi noch absichtlicher, abends, im Konzert.

Gestern habe ich zum ersten Mal Schönbergs „Pierrot lunaire“ gehört. Eher zufällig, oder sagen wir spontan, ich kam von der Arbeit und und habe mir den Luxus eines Konzerts mitten in der Woche geleistet. Und dann ging es schon los. Und ich, ja. Huch. Wie jetzt? Ich meine, man kann ein Konzert ja nicht anhalten. Da lief es an, ich dachte immer noch „Moment mal!“ und hetzte dem, was ich hörte, hinterher. Das geht natürlich nicht besonders gut. Den Anfang hatte ich also schon mal verpasst.

Und dann? Ist mir was aufgefallen. Ich kann so oder so hören. Oder noch ganz anders. Aber gestern konnte ich plötzlich wechseln zwischen „ganze Sequenzen“ hören, oder immer nur die gerade gespielten Töne. Also so, als wenn ich die Partitur entweder horizontal oder vertikal wahrnemen würde. Und ja. Vertikal war dann einfacher, Schönbergs Musik ist in „Pierrot lunaire“ extrem verdichtet, verschachtel, da fällt es einer Nicht-Musikerin leichter, in kleinen Sequenzen zu bleiben, als große Bögen zu verfolgen. Es war anstrengend. Aber ein großer Gewinn. Ein ausdrückliches Hurra an Tabatha McFadyen, die einfach sensationell gesungen hat. Eine, wie es unter Sänger*innen heißt, eigentlich unsingbare Partitur.

Persönlich, nicht privat

Ich werde immer mal wieder gefragt, ob es nicht gewagt sei, private Dinge im Blog zu schreiben. Als Freiberuflerin kann es schließlich heikel werden, wenn zuviel aus dem eigenen Leben öffentlich wird. Ich erinnere mich, dass ich gerade am Anfang gar nicht so recht etwas mit der Frage anfangen konnte. Weil ich meine Blogbeiträge nicht besonders privat fand. Klar, wer aus dem Alltag schreibt, kann am ehesten aus dem Eigenen berichten. Das ist für das Thema der größte Fundus (Glück für die, die noch große Familien um sich haben und an mauen Tagen auch mal aus dem Alltag der Kinder oder der Geschwister etwas angeln können…)

Ich habe dann regelmäßig größere Strecken der Beiträge gelesen und fand jedesmal, dass es o.k. war. Natürlich habe ich gute und schlechte Tage. Es gibt Reisen, Enttäuschungen, Überraschungen. Aber nix, was mich in irgendeiner Form exponiert.

Doch das kommt nie so richtig an. So zumindest mein Eindruck. Um so mehr freue ich mich, dass ich in einem youtube-Video von „hotel matze“ (und herzlichen Dank an Elisabeth für den Tip) in einem Interview Wim Wenders folgendes habe sagen hören (und sehen), was das, was ich meine, genau auf den Punkt bringt:

„Das Persönliche ist mir nicht heilig. Das Persönliche ist das Material, mit dem ich arbeite. Da sind meine Wurzeln drin. Das kann ich offen legen und damit kann ich Geschichten erzählen. Das kann ich zu was machen. Das Private ist eher Unfug… Das Private ist a priori eigentlich uninteressant.“

Sprechen, sprechen, sprechen

Gestern, nach dem Einkaufen, lief ich mit schweren Tüten bepackt hinter einem Vater mit Tochter her. Weil wir eine Weile denselben Weg hatten, hörte ich einen Teil ihrer Unterhaltung. Es ging um Austausch, der Vater benutzte das Wort „Kommunikation“, was vielleicht das einzige Wort in der Unterhaltung war, das ich monieren würde. Aber er sagte sehr wichtiges, das so naheliegend ist und leider immer wieder vergessen wird: wir müssen sprechen, um gehört und vor allem, um verstanden zu werden.

Ich habe lange gebraucht, um diesen Zusammenhang zu begreifen. Weil ich eigentlich immer davon ausgegangen bin, dass jede und jeder mich lesen kann wie ein offenes Buch. Das geht mir oft heute noch so: ich halte mein Verhalten für so klar- und durchsichtig, dass ich gar nicht auf die Idee komme, dass ein Gegenüber mich missverstehen könnte.

Von wegen. Und, das ist vielleicht noch überraschender: Wenn ich mich dann erkläre, komme auch ich dahinter, dass ich manches gar nicht so genau sagen kann. Womit wir bei Selbstgesprächen sind, die so manches Mal so einige klären helfen. Und übrigens ein toller Motivator sind. Für mich jedenfalls.

Will sagen: Sprecht mal mehr aus. Vieles vielleicht wirklich nur für euch. Zum Beispiel auch, wie es euch jetzt gerade geht. Das kann Horizonte öffnen. Und sagt vor eurem Geburtstag, was ihr euch wünscht. Das muss ja nicht als To-Do-Liste kommuniziert (!) werden.

Ab jetzt –

Ich habe im Januar Geburtstag. Kaum sind die guten Vorsätze installiert – oder auch schon wieder vergessen – kommt die nächste Herausforderung. So zumindest empfinde ich es seit mindestens 10 Jahren, seit der Zeit, in der meine Jugend mehr und mehr in die Vergangenheit sinkt.

Ab jetzt werde ich alt. Was natürlich so nur halb stimmt. In gewisser Weise behalte ich die Hoheit über mein (gefühltes) Alter. Fast das Erste, was mir an meinem diesjährigen Geburtstag entgegen kam (das Erste war schöner Schnee auf den Bäumen) war ein Sarg. Eine Mitbewohnerin des Heims in dem auch mein Vater lebt, war in der Nacht gestorben. Ich dachte, ja, eigentlich passt es ganz gut, dass die Eltern, falls sie überhaupt noch leben, sich in der Zeit verabschieden, in der wir, die Kinder, selbst an der Schwelle des Alters stehen. So kann ich die Spanne ermessen, die mir auf der Welt noch bleibt (wenn kein Unfall oder eine schwere Krankheit dazwischen kommt), und ich kann mich mit meinem eigenen Tod schon einmal bekannt machen.

Es ist auch noch mal ein Anruf: Wenn du jetzt nicht die Dinge tust, die dir wichtig sind, wirst du sie verpassen.

Doch, es gab auch schöne Momente: Im Heim haben mir die Bewohner*innen ein Ständchen gebracht, im Büro hatten die Kolleg*innen Zeit für Kaffee und Kuchen und dann ging es erst zu einer und dann zu einer anderen Freundin, die mit mir den Nachmittag und den Abend teilten inklusive offener Gespräche und leckerem Essen. Denn hier kam schon der Vorsatz des Nicht-Tuns zum Einsatz: einmal keinen Geburtstag feiern, sondern den Tag so kommen lassen, wie er eben kommt. War schön. Und jetzt scheint in Berlin auch endlich mal wieder die Sonne. Was mir die ersten „alten Tage“ doch sehr verzaubert.

Meine große Herausforderung

Egal, wie ich es drehe und wende. Am Ende scheint mir meine größte Aufgabe immer wieder – und gegen alle Logik und alle Bemühungen – das Nicht-Tun zu sein. Ich schreibe ausdrücklich nicht „Nichtstun“, weil es in dem, was ich meine, eher um ein Geduldspiel geht, um die Notwendigkeit, einem Impuls nicht nachzugeben und statt dessen abzuwarten. Etwas nicht zu tun, obwohl es ansteht, macht in meinem Leben eher wenig Sinn. Denn es gibt weder Heinzelmännchen noch -mädchen, die sich erbarmen, und die Sachen für mich erledigen. Was aber eine immerwährende Herausforderung ist: Nichts zu tun, obwohl nix passiert und ich den dringenden Wunsch verspüre, irgendwas zu machen, damit dieser Stillstand endet. Und es wieder Grund zur Aktion gibt.

Nichttun hat ein schlechtes Image. Es wird mit Passivität gleichgesetzt. Oder mit Fantasielosigkeit. Mit Antriebsschwäche, Faulheit, mangelnder Energie, mangeldem Ehrgeiz oder Selbstvertrauen. Dabei ist Nichttun eben auch ein Verzicht auf Kontrolle. Und Mut, etwas Unerwartetem zu begegnen.

Deleuze spricht einmal davon, dass er sich „auf die Lauer legt“. Was vermutlich auch etwas von diesem Nichttun beinhaltet. Denn Nichttun ist eben auch eine Art aufmersamem Innehaltens. Wie wenn Hunde, Katzen oder Füchse scheinbar entspannt irgendwo sitzen, aber tatsächlich die Ohren in alle Richtungen gehen und die Nasen verdächtig zucken. „Auf Empfang gehen“, „Antennen ausfahren“ – wobei ich mir nicht wirklich vorstellen kann, welche Antennen ich überhaupt zur Verfügung habe.

Egal. Ich probiere das jetzt mal. Stillsitzen und lauern. To wait and to see. Ende erst einmal offen.

Wenn das mal immer so schnell ginge!

Da habe ich mich gerade bei WordPress gemeldet, dass ich nicht mehr auf meine Seite komme. Kaum ist die Beschwerde weg, geht es schon wieder. Wie schön. Doch weil ich mir nicht sicher bin, ob das Technikwunder bis heute Abend hält, schnell einen Berlin-Tip hier aus dem Büro. Uralt, aber trotzdem aktuell wie nix:

Lunchkonzerte in der Berliner Philharmonie.

Die gibt es tatsächlich schon eine gefühlte Ewigkeit. Anders als in der Ewigkeit finden sie aber heute mittwochs statt und nicht mehr dienstags. Der Einlass ist um 12:00. Mit der Musik geht es los um 13:00. Aber obacht! Es kommen viele. Erst um 13:00 zu kommen, kann also zu spät sein.

Die Idee ist so einfach wie genial. Es gibt Musik für umme – allerdings sind Spenden erwünscht (aktuell für UNICEF). Beim Hören kann gegessen werden (viele essen aber vorher – wer kann beim Kauen schon genau hinhören???) Die Preise für die angebotenen Gerichte liegen bei 10 Euro. Kinder sind gerne gesehen, sollten es aber schaffen 40 bis 45 Minuten still zu sein. Rumlaufen ist erlaubt. Für Menschen, die nicht mehr gut stehen können, gibt es ein paar Stuhlreihen. Ansonsten wird auf dem Boden gesessen. Oder rumgelaufen (was auch mal eine irre Erfahrung ist). Stehen geht natürlich auch.

Und was ist so toll an den Konzerten? Es gibt Musik mit Tageslicht! Es gibt Musik mitten im Alltag. Es spielen viele junge Leute, die man zum ersten Mal hören kann (natürlich kommen auch alte Hasen, aber da ist es meist besonders voll). Es gibt schöne und noch schönere Programme, und gerade so, dass alles noch in die Ohren passt und einen beschwingt zur Arbeit (oder nach Hause) zurück kehren lässt. Man kann, wenn man will, neue (musikinteressierte) Leute kennenlernen. Man kann danach gleich noch rüber ins Museum gehen oder im Tiergarten spazieren.

Was soll ich sagen? Probiert es aus, wenn Ihr in Berlin seid!

Unschärfe

Ein Buch ist ein Vogel ist ein Buch ist ein Vogel

Als Kind ahnte ich den Zusammenhang. Zwischendrin ist mir die Vorstellung verloren gegangen. Es wäre zu beängstigend gewesen. Allein die Möglichkeit, die gesamte Kunsthistorische Bibliothek der Uni Bonn, die mit großer systematischer Sorgfalt unter den Dächern des alten Bonner Stadtschlosses untergebracht war, hätte sich eines Tages zum Abflug entschlossen! Oder wenn die eigenen Bücher auf diese Weise verschwunden wären. Bücher kaufen ist für mich bis heute mit dem Versprechen verbunden, mehr Wissen zu erlangen. Und wenn dieses Wissen nur im Regal steht. Könnte es abhauen – pfffffff….

Aber was bedeutet es, wenn Bücher ein eigenes, Spezien-eigenes Leben führen? Müssten wir unsere Bücher besser behandeln? Zähmen vielleicht? Könnten wir diese Gebrauchsobjekte anders schön finden? Ändert sich überhaupt etwas, wenn wir unbelebten Dingen ein Eigenleben zugestehen?

Yoko Hata unternimmt unter ihrem Künstlernamen GUP-py Expeditionen in die belebte Ding-Welt. In einer Werkreihe sind es Koffer, die, mit Luftlöchern ausgestattet, als Reisehunde unseren Alltag mit Sehnsucht und Reiseträumen unterwandern. Die Buchvögel verfolgt sie schon länger. Jetzt ist ihr Buchvogel-Atlas im Pluraal-Verlag erschienen, eine Art Resümee ihrer bisherigen Arbeiten zu dem Thema. Selbst ein Kunst-Buch und also Kunst-Vogel, mit dem wir unsere Erfahrungen mit Büchern, mit Vögeln, mit der eigenen Lust an Gedankenspielen, an Was-Wäre-Wenn-Fragen erkunden können.

Schwerpunkt sind Assoziationen verbunden mit dem Hin-und-Her-Denken zwischen Büchern und Vögeln. Was also, wenn Bücher Vögel sind, und wir sie – analog zur naturwissenschaftlichen Praxis der Taxonomie – in Gattungen unterteilen? Wenn wir ihre Habitate vermessen und beschreiben, ihr Verhalten, ihr Aussehen, ihre Besonderheiten? Wie sehen ihre Flugrouten aus, wie ihr Brutverhalten, und kann es tatsächlich sein, dass diese Wesen selbst Künstler*innen sind, die durch bloße Anwesenheit, Landschaften aufleben lassen, wie Flamingos, die knallrosa Flecken in Wasserwelten zaubern, oder japanische Langschwanzhähne, die fliegend mit goldenen Federn Streifen vor den Himmel legen.

Was ist die menschliche Zivilisation? Was ist Natur? Wo liegen unsere Verantwortungen? Ein Buchvogel kann inspirieren, unsere Existenz neu zu denken. Und wenn der neue Aspekt winzig ist wie die überraschende Tatsache lauter Vogelschreie, Gesänge, Plänkeleien, die eine menschenleere Landschaft in einen akustischen Tumult verwandeln, wo wir touristisch neurotisierten Reisenden tiefe Stille in weiter Landschaft erwarten…

Der Vogelatlas ist hier zu haben: https://einbuch.haus/products/buchvogel-atlas

Sahne schlagen

Nein, das ist kein Bewerbungsfoto für mich als Food-Bloggerin. Das ist einer der eher schönen Fehler, die ich in den letzten Tagen produziert habe. Was haben wir gelacht…

Das Jahr ist fast vorbei. Ich habe mich dünn gemacht in den letzten Monaten, was das Blog-Schreiben angeht. Es waren dünne Tage. Alle eher kurz, alle eher mühsam. Im Kopf sah es aus wie in einer lausig kleinen Kajüte mit hohem Seegang hinter dem Bullauge (oder so). Und ich wusste nicht, was schreiben. Ich war mir sogar nicht sicher, ob ich überhaupt weiter schreiben sollte. Weil Menschen so sind, und immer gerne einen plausiblen Grund zur Hand haben, wenn sie etwas tun. Außerdem: was ist schlimmer, als Leute, die schreiben, obwohl sie so gar nichts zu erzählen (geschweige denn, zu sagen) haben?

Es waren dünne Zeiten, aber rückblickend hatte ich wundervolle Momente. In Marseille zum Beispiel, wo ich Zeit mit meiner französischen Freundin verbracht habe. Nicht, dass diese Freundschaft in Frage steht. Aber manchmal ist es nötig, sich wieder vertraut zu machen. Und dann ist es plötzlich erneut das Wunder der Freundschaft, mit einem fremden Menschen so nah sein zu können. Alte Freundschaften, und eben auch uralte, neigen halt dazu, in die Alltagskiste zu rutschen. Nix besonderes, wenn X oder Y anruft. Eher ärgerlich, wenn nicht. Und dann gibt es auch hier Entfremdungen, die wie ein leichter, etwas frösteliger Hauch durchs Telefon wehen oder einem beim Treffen jedesmal nach der Tür suchen lassen, die man schließen möchte, weil es so ungemütlich zieht. Was ein Fest, wenn auch hier wieder Offenheit möglich ist, der Quatsch aus der Kindheit, die gemeinsame Liebe für kleine Dinge und große Kunst und die Lust am sich freuen über alles, was gut geht. Und hier noch einmal und ausdrücklich ein dickes Danke für die Gastfreundschaft über die vielen Jahre, in denen meine Eltern krank waren, und ich eine Unterkunft in meiner Heimatstadt brauchte.

Es gibt auch Menschen, die wir schon ewig kennen, die wir auch zu unseren Freunden zählen, aber die, wenn wir dann mal genauer schauen, immer an der Peripherie waren, was allein daran zu sehen ist, dass wir zum Beispiel noch nie bei ihnen zu Hause waren. Ich habe einen solchen Freund noch aus dem Studium. Wir hatten Jahrzehnte lang keinen Kontakt, aber sobald wir uns gesehen haben, waren die Gespräche vertraut und die Zuneigung groß. Er ist schwer krank, und als ich davon erfuhr, wurde mir der Verlust, den sein Tod bedeuten würde, schmerzhaft präsent. Ich hatte Glück, ihn noch rechtzeitig kontaktieren zu können, um noch einmal ins Gespräch mit ihm zu kommen. Was für ein Geschenk das für mich bedeutet, wurde mir erst kürzlich wieder bewusst. Er macht mir Mut, er bringt mich zum Lachen, er ist ein großer Mensch (nicht nur in Zentimetern) und ein Vorbild (was man für Menschen, die einem nah sind, viel zu selten empfindet).

Und dann gibt es Momente, wo plötzlich eine Nachricht kommt, eine Karte im Briefkasten liegt („Zeit nehmen – was fürs Herz machen“), ein Päckchen selbst gebackener Kekse durch die Tür gereicht werden oder die Freundin aus Marburg im Café gegenüber einen Kaffee auf mich trinkt, wo ich leider gerade nicht zu Hause bin. Wenn ich das letzte Jahr unter diesem Aspekt der großen und kleinen Freundschafts-Momente betrachte, war es reich und trotz aller existentieller Tiefs eben ein schönes Jahr. Meine Cousine ist mir wieder enger ans Herz gewachsen, ein neuer Freund meines Vaters ist auch mein Freund geworden (danke, Papa), meine engste Freundin stand mir in allen schwierigen Momenten bei, und hilft immer wieder, Ärger und Frust an die richtige Stelle zu rücken, um davon nicht überflutet zu werden. Denn natürlich gibt es auch die Rückseiten der Freundschaft: Kräche, Entfremdungen, Sprachlosigkeiten, Abgründe, die sich auftun, gerade auch weil einem das Gegenüber so wertvoll ist. Ich neige in solchen Fällen zur Panik. In Freundschaften bin ich eine Drama-Queen. Dabei sind gerade die Kräche ja auch ein Hinweis auf das Wunder solcher Beziehungen, die aus nichts bestehen, als einem Schritt in unbekanntes Terrain mit dem Vertrauen darauf, dass der Boden hält. Und wir uns Schritt für Schritt weiter wagen können. Manchmal müssen wir vielleicht ein paar Schritte zurück gehen. Um Vertrauen zurück zu gewinnen. Denn Freundschaft hat nichts mit Eroberung zu tun.

Ich kann nicht alle Highlights notieren, auch der letzte Tag des Jahres geht mit erstaunlichem Tempo seinem Ende zu. Ein großer Dank an alle, die mich im letzten Jahr als Gegenüber in Erwägung gezogen haben, die mir vertrauen, die ihre Zeit mit mir teilen. Ohne Euch hätte ich keinen Mut zu leben. Allen einen guten Start ins neue Jahr!