Kategorie: Allgemein

Sich sehen

Ja. Ich bin immer noch mit meiner Reise beschäftigt. Denn ich merke, wie sehr sie mich aus meinem Schneckenhaus katapultiert hat. Oder andersherum: Wie tief ich mich ins Schneckenhaus verkrochen habe. Keine Bange. Die Seite heißt weiterhin „Klunker des Alltags“, das heißt, ich werde den Alltag weiter feiern und nicht mit dem Verteufeln anfangen. Aber […]

Take your pleasure seriously

Wer im westlichen Wohlstand lebt, mag damit ein Problem haben. Wir können, selbst als Kreuzberger Prekariat, mit den Fingern schnippen, und uns etwas Gutes tun. Quasi jeden Moment unseres Lebens. Und wenn wir nur das Licht anschalten oder den Wasserhahn aufdrehen. Der Krieg in der Ukraine hat mich gerade auf diese – vermeintlich kleinen – […]

Trauern

Natürlich heule ich. Dachte ich. Ich meine, natürlich heule ich. Aber das ist noch nicht Trauern. Als ich die paar Tage in London war, wurde mir plötzlich klar, wie gepanzert ich durch die Welt gehe. Wenn es schwierig wird, schalte ich sofort auf optimistischen Angriff um. Komplett. Mein ganzer Organismus ist dann im Kampfmodus. Wenn […]

Unterwegs sein

Der Alltag ist mir wie eine zweite, dritte oder meinetwegen auch vierte Haut. Ich bewege mich geschmeidig in ihm, und wenn es mal zwickt oder zwackt, werde ich ungehalten, weil mir gefühlt in meiner Selbstverständlichkeit etwas dazwischen kommt. Auf Reisen ist das sofort anders: Dazwischenkommen wird zum Programm. Weil ich immer mal wieder auf den […]

Törtchenparadies

Das ist vermutlich nicht das Erste, was den meisten zum Londoner Victoria & Albert Museum einfällt, aber ich schwöre: Es gibt fantastische Kuchen! Und im ältesten Museumscafé der Welt schmecken sie nochmal so gut. Was soll ich sagen? Die Reise war von der ersten Minute an (nein, erst von der ersten Minute jenseits des BER) […]

Reißleine ziehen

Die Welt ist peu à peu in meinen Alltag gekracht. Nein. Ich beklage mich nicht. Ich versuche eine Richtung einzuschlagen, und dabei nicht zu weit vom Weg abzukommen. Gleichzeitig mache ich etwas, was ich mich noch nie getraut habe: die Reißleine ziehen. Ich werde für 4 Tage verreisen und nicht erreichbar sein. Ich möchte Abstand […]

„Theure Schwester“

Wer mag, kann im neuen Band „Aus dem Archiv geholt“ des Tübinger Hölderlinturms über den Brief lesen, den Hölderlin am 23. Februar 1801, kurz nach seiner Ankunft in der Schweiz an seine Schwester schrieb. Ich habe den Recherche-Teil übernommen, Via Lewandowsky hat eine Art Drehbuch geschrieben über Momente, die so hätten stattfinden können. Viel Vergnügen. […]

Paradox im Krieg

Wir gehen arbeiten, einkaufen, nach Hause, der Frühling fährt mit vorsichtigen Fingern über die Gärten und Wiesen, Coronainfektionen steigen und werden gefühlt trotzdem weniger, Alltag halt. Gleichzeitig sind die Medienkanäle voll von Kriegsnachrichten, wer Freund*innen oder Verwandte in der Ukraine hat, bekommt direkte Nachrichten, wir sind wütend über die Russen oder bekommen nur noch das […]

Mein Respekt

gilt gerade auch den zahlreichen Journalist*innen, die aus den Kriegsgebieten berichten. In der letzten Zeit hatten viele sehr schnell das Wort „Lügenpresse“ oder auch nur „Presse“ mit verächtlichem Unterton im Mund. Ich war auch immer wieder enttäuscht, wie häufig auf „falschen“ Themen rumgekaut, indem der vermeintliche Publikumsgeschmack nach Skandalen und Skandälchen bedient wurde. Aber wie […]