Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Es gibt immer nur einen Moment

Meine Woche war mühsam. Eigentlich gab es viele schöne Termine. Aber Müdigkeit nagte an mir. Vielleicht die Kälte. Vermutlich (heute dämmerte mir diese Idee langsam) hatte ich mehr Stress, als ich mir zugestehen wollte. Um alles aufzuholen (es ist ja schon Freitag), wollte ich dann erst mal so richtig loslegen. Doch als ich am Mittag […]

Die Hand ins Feuer legen

Jahrelang habe ich mit größter Überzeugung davon gesprochen, garantiert nie irgendwo hin zu reisen, wo ich nicht hingehöre. Die Idee, fremde Länder zu besuchen, ist in meinem Abenteurerinnenherz groß, Alexander von Humboldt nicht umsonst mein Idol. Aber ich lebe im 21. Jahrhundert und ich habe verstanden, dass die Welt immer kleiner und immer bedrohter wird. […]

Mit einem Gegenüber denken

Ich habe schon ziemlich lange einen Verdacht. Den nämlich, dass ich nicht gerne denke. Hm, so grundsätzlich gilt es vielleicht nicht, aber analytisches Denken schreckt mich ab. Nicht, dass man ohne analytisches Denken nicht durch die Welt käme. Aber mir ist das rätselhaft. Liegt es daran, dass ich zu faul bin? Oder zu dumm? Liegt […]

Meine Bilder sind alle Selbstporträts

„Nanu!?“, denke ich, als Julian Simon diesen Satz sagt, ich sehe hier doch fast nur anderes, Landschaften zum Beispiel oder Stillleben. Aber bevor ich den Mund aufmache, um auch nur irgendwas zu sagen, fällt mir der Bildtitel zu einer früheren Arbeit (2021) von Simon ein, die lautet: „It’s not what it looks like“… Ach ja. […]

Wer schreibt?

Haben meine Gedanken Konsistenz oder sind es nur die Wörter, die ich benutze, um Gedanken festzuhalten. Wörter, die andere gefunden haben, und die durch die Verwendung immer dicker oder tiefer geworden sind, als ob sich Bedeutungsringe bilden wie Jahresringe der Baumstämme. Richtige feste alte Wörter sind Gold wert. Aber wo bin ich? Vor allem, wenn […]

Schöner Wohnen?

Gerade warte ich auf einen neuen Ess- und Arbeitstisch. Meine Wohnung ist klein, da muss so ein Möbel gleich mehrere Funktionen bedienen. Wie auch mein Bett Sofa und Schlafplatz in Einem ist. Die letzten 25 Jahre tat ein einfaches IKEA Modell seinen Dienst. Allerdings war dieser Tisch von Anfang an wackelig, ein Bein hielt nicht […]

Gewalt in der Familie

Wir wissen, dass Familien hermetische Systeme sind, in denen unausgesprochene Gesetze gelten. Wir wissen auch, dass man von außen wenig sieht, oder eben nur das, was sich an der Oberfläche abspielt. Häusliche Gewalt ist ein Thema unabhängig von Klassen oder Schichten. Misshandelte Ehepartner, vor allem misshandelte Kinder bleiben unter dem Radar. Das ist keine Anklage. […]

Jenseits der Zeit

Wenn wir träumen, bleibt zwar unser Körper in der irdischen Zeit, die vergeht, aber in Gedanken überspringen wir diese Schranke in eine Sphäre der Zeitlosigkeit. Es ist bekannt, dass Menschen, die am Schlafen, und damit am Träumen gehindert werden, sterben. Vielleicht ist dies ein Hinweis darauf, dass wir auch in einer anderen, als der irdischen […]