Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Was mir nicht gut tut

Zu den festen Glaubenssätzen zeitgenössischer Großstadtbewohner*innen gehört der von der permanenten Reizüberflutung. Er besagt, dass wir täglich und auch nachts von abertausenden Reizen überflutet werden, und deshalb so gestresst sind, müde, grau und unausgeglichen. Regelmäßige Ratschläge ziehlen auf Entschleunigung, auf Wellness und alles, was uns gut tut. Ganz so, wie ich heute in einer Artikel-Überschrift […]

Musik hören

Man könnte meinen, man wisse schon, wie das geht. Musik hören wir tatsächlich häufig, manchmal ungefragt, in Cafés, Geschäften oder sonst irgendwo unterwegs. Oder absichtlich zu Hause oder quasi noch absichtlicher, abends, im Konzert. Gestern habe ich zum ersten Mal Schönbergs „Pierrot lunaire“ gehört. Eher zufällig, oder sagen wir spontan, ich kam von der Arbeit […]

Persönlich, nicht privat

Ich werde immer mal wieder gefragt, ob es nicht gewagt sei, private Dinge im Blog zu schreiben. Als Freiberuflerin kann es schließlich heikel werden, wenn zuviel aus dem eigenen Leben öffentlich wird. Ich erinnere mich, dass ich gerade am Anfang gar nicht so recht etwas mit der Frage anfangen konnte. Weil ich meine Blogbeiträge nicht […]

Sprechen, sprechen, sprechen

Gestern, nach dem Einkaufen, lief ich mit schweren Tüten bepackt hinter einem Vater mit Tochter her. Weil wir eine Weile denselben Weg hatten, hörte ich einen Teil ihrer Unterhaltung. Es ging um Austausch, der Vater benutzte das Wort „Kommunikation“, was vielleicht das einzige Wort in der Unterhaltung war, das ich monieren würde. Aber er sagte […]

Ab jetzt –

Ich habe im Januar Geburtstag. Kaum sind die guten Vorsätze installiert – oder auch schon wieder vergessen – kommt die nächste Herausforderung. So zumindest empfinde ich es seit mindestens 10 Jahren, seit der Zeit, in der meine Jugend mehr und mehr in die Vergangenheit sinkt. Ab jetzt werde ich alt. Was natürlich so nur halb […]

Meine große Herausforderung

Egal, wie ich es drehe und wende. Am Ende scheint mir meine größte Aufgabe immer wieder – und gegen alle Logik und alle Bemühungen – das Nicht-Tun zu sein. Ich schreibe ausdrücklich nicht „Nichtstun“, weil es in dem, was ich meine, eher um ein Geduldspiel geht, um die Notwendigkeit, einem Impuls nicht nachzugeben und statt […]

Wenn das mal immer so schnell ginge!

Da habe ich mich gerade bei WordPress gemeldet, dass ich nicht mehr auf meine Seite komme. Kaum ist die Beschwerde weg, geht es schon wieder. Wie schön. Doch weil ich mir nicht sicher bin, ob das Technikwunder bis heute Abend hält, schnell einen Berlin-Tip hier aus dem Büro. Uralt, aber trotzdem aktuell wie nix: Lunchkonzerte […]

Unschärfe

Es gibt diese Geschichte vom Frosch, der in einem Glas schwimmend nicht merkt, wie die Wassertemperatur steigt, und der am Ende stirbt, weil er den Moment verpasst, aus dem für ihn zu heiß gewordenen Wasser zu springen. So ungefähr habe ich mich gefühlt, nachdem ich meine Brille – und dann noch meine Ersatzbrille – verloren […]

Ein Buch ist ein Vogel ist ein Buch ist ein Vogel

Als Kind ahnte ich den Zusammenhang. Zwischendrin ist mir die Vorstellung verloren gegangen. Es wäre zu beängstigend gewesen. Allein die Möglichkeit, die gesamte Kunsthistorische Bibliothek der Uni Bonn, die mit großer systematischer Sorgfalt unter den Dächern des alten Bonner Stadtschlosses untergebracht war, hätte sich eines Tages zum Abflug entschlossen! Oder wenn die eigenen Bücher auf […]