des Menschen ist unantastbar.“ So lautet der 1. Artikel im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Diese Forderung ist ein Kernpunkt unserer Gesellschaft. Aber wie sieht es im Alltag aus? Würde, so scheint mir, wird immer öfter über Bord geworfen. Von Seiten der Institutionen, der so genannten Dienstleister, aber auch von vielen selbst. Denn Würde wird nicht nur in respektvollem Handeln gegeben. Jede*r von uns wahrt Würde durch das eigene Handeln.
Was das konkret bedeutet, frage ich mich. Was ist meine Würde? Wie kann ich sie wahren. Wie kann ich anderen würdevoll begegnen oder eventuell auch einspringen, wenn die Würde eines/einer anderen verletzt wird?
Ich dachte daran, dass wir oft über Selbstliebe nachdenken und sprechen. Aber was ist mit der Würde? Das Wort klingt steif, eher altbacken. Es kommt mit steifem Kragen und Bügelfalte in der Hose daher. Irgendwie gestrig. Dennoch mag ich die Vorstellung meiner eigenen Würde oder die, dass ich respektvoll mit mir umgehe mehr, als die oft gepredigte Ermunterung: „Hab dich lieb“.
Würde wahren im Handeln. Das bedeutet zum Beispiel auch, für sich selbst einzustehen. Nicht andere für mein Wohlergehen verantwortlich zu machen. Nicht mal die Amsel, die heute nicht auf meinem Gartenzaun singt.
Würde unantastbar machen, liegt die meiste Zeit des Tages in unseren eigenen Händen. Wenn wir hier aufmerksam sind, wappnen wir uns für große Verletzungen von Würde (eben auch der von anderern Menschen). Wenn ich verstehe, dass mir Würde nicht nur zusteht, sondern ich sie wahre, macht mich das auf eine Weise stark und unabhängig. In diesem Sinne: „Möge die Würde mit Euch sein!“ 😉
