Jetzt ist es wieder fast soweit, die Lebensreise nähert sich der nächsten Station: 2026. Sachen zusammensuchen, schnell noch den Müll wegbringen, Krönchen richten, Mantel anziehen. Die Karte ist gelöst: Alle aussteigen.
Jedes Jahr um diese Zeit befällt mich um diese Zeit eine merkwürdige Mischung aus Melancholie und Aufbruchsstimmung wider aller Müdigkeit. Wäre doch gelacht! Das nächste Jahr wird besser, unbedingt. Denn wozu alle diese Umwege machen, Fehler, Versehen, wenn ich nicht beim nächsten Lauf ein paar mehr Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Ärmel ziehen könnte? Wozu leben, wenn nicht ( – und es schaudert mich die Vorstellung, dass die Aufbruchsstimmung schwinden könnte).
Drei Blätter Papier liegen auf meinem aufgeräumten Tisch. Auf das eine kommen die Höhepunkte, auf das andere die Tiefpunkte des vergangenen Jahres. Das Dritte kriegt alles, was mir Neues über den Weg gelaufen ist. Zeugen sind alle Fotos, die ich im Laufe des Jahres gemacht habe. Und dann? Ein Plan.
Nein, kein Masterplan, keine Gebrauchsanweisung. Aber genau drei Wegweiser: Was werde ich anders machen, was werde ich gar nicht mehr machen und was werde ich schlicht und ergreifend beibehalten? Ich bin gespannt, was am 1. Januar auf den entsprechenden Zetteln stehen wird!
