packt mich in diesen Tagen, die grauer in kälter werden, wieder öfter an. Ich zweifele an mir, an dem Sinn meines – und insgesamt – des menschlichen – Lebens. Wozu denn nochmal das alles? Ich mache nichts besser, wir (Menschen) machen alles nur noch schlimmer, kein Ende nirgends in Sicht.
Ja. So sieht es aus. Koche ich einen Kaffee, und setze ich mich ans Fenster, um ein paar heiße Schlucke zu trinken, verschiebt sich der Blick. Menschen waren schon immer so. Es wird zumindest nicht schlimmer. Welche Karten die Natur noch im Ärmel hat – wer weiß. Dass sie ohne uns weitermachen könnte, schreckt mich komischerweise kaum. Höchstens, dass wir den Planeten schreddern, bevor wir abtreten.
Aber was mache ich?
Mich überschätzen, weil ich überhaupt erwäge, dass ich irgendetwas tun könnte? Daily practice, schlägt jetzt auch Slavoj Zizek vor, kein Mönch, kein Wellness-Guru, sondern Philosoph, der daran erinnert, die eigene Hütte sauber zu halten. Ich kann jeden Tag mit meinen Entscheidungen kleinste Wellen schlagen. Und es sollte mich gar nicht interessieren, ob sie irgendwo anlanden oder an harten Stränden still und leise verleppern. Ich bin nicht ohnmächtig. Ich bin halt nur im Verhältnis zur gesamten Welt ziemlich klein. Kein Grund, die Nerven zu verlieren. Weitermachen und immer wieder innehalten. Denn wer nix tut, tut manchmal sogar genau das Richtige…
