Wenn wir sagen, dass wir in eine Zeit eintauchen, meinen wir damit, uns in eine andere Epoche einzudenken. Mir gefällt dieses Bild gut, weil ich mir, seit ich Kind bin, Zeit wie Wasser vorstelle, das fließt, manchmal stillsteht und überall, in jede Ritze und Spalte hineinläuft.
Im Alltag rauscht die Zeit oft an mir vorbei. Ich mache etwas, und auf der Uhr stehen bald neue Zahlen (wer hat schon noch eine analoge Uhr zur Hand oder vor Augen?). Der Tag ist irgendwann vorbei, es dämmert. Ich gehe zu Bett.
In diese alltägliche Zeit einzutauchen, ist für mich eine Möglichkeit (vielleicht die einzige), mich lebendig zu fühlen. In der Zeit zu sein, ist vermutlich die geradlinigste Haltung gegenüber der Welt und der eigenen Lebenszeit. Kein Kompromiss an nichts, nicht an To-Do-Listen oder Arbeitszeiten. Hier einen Weg zu finden, beide halbwegs miteinander zu verbinden, ist mir gerade mein wichtigstes Anliegen. Ja, genau, ich war in der Reha und ab Montag geht es wieder zurück ins Büro… Es wäre ein großer Gewinn, wenn ich die lebendige Zeit mit in die Zukunft nehmen kann.

warumichradfahre 4. Oktober 2025
Zeit, damit habe ich ich schon oft beschäftigt, auch hier im Blog. So recht habe ich noch keinen Schluss gezogen, aber das ist der Zeit ja auch so inne, keinen Schluss zu haben.
Gefallen hat mir die Aussage, ich weiß nicht mehr, woher ich sie habe, dass Zeit bedeutet, dass von einem Augenblick auf den anderen nichts mehr ist wie es vorher war. Und auch nicht genau so wiederherstellbar ist. Für mich war das eine beeindruckende Erkenntnis, denn das zu erkennen bedeutet, auch aufzugeben, sich dagegen zu stemmen. Oder vielleicht eher nur darauf zu achten, was man weniger schnell verändert haben möchte.
Zeit…..
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Stephanie Jaeckel 4. Oktober 2025
Ah, das ist super spannend! Die Zeit in den Ereignissen zu sehen, und dass diese quasi immer weiter purzeln, weil kaum da, schon wieder vorbei. Wie wenn ich in einem Zug sitze, der durch eine Landschaft fährt und sie unwiederbringlich hinter sich lässt. Dazu fällt mir ein und auf, dass ich Ereignisse nie in der Zeit, sondern immer am Ort festmache. Wer das mal versteht. Aber auf jeden Fall: Danke für Deine Anregung! Das gibt mir Stoff zum Weiterdenken.
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warumichradfahre 5. Oktober 2025
Vielen Dank. Ich fand deinen Artikel inspirierend.
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