Svealena Kutschke: Gespensterfische

Ich bin hingerissen. Obwohl ich erst vier Kapitel gelesen habe. Und Achtung! Wer Angst vor der Psychiatrie hat und dem, was sich da so abspielt, sollte die Finger vom Buch lassen. Obgleich es eigentlich ums Leben an sich geht. Und in der Psychiatrie vielleicht nur die Bruchstellen im Vordergrund stehen. Denn Risse haben wir alle, nur knicken wir an unterschiedlichen Stellen ein – oder gar nicht. Wie sagte Andy Warhol: „Leben ist Arbeit genug“, und eben, wer „Life-Work-Balance“ denkt oder gar „Freizeit“, hat sowieso schon verloren. Es geht also ums Leben, und um seine Schönheit. Auch in Existenzen, die wir gemeinhin als Verliererinnen sehen. Und noch einmal Achtung! Svealena Kutschke redet nichts schön, romantisiert nicht, federt absolut gar nichts ab. Sie schaut sehr genau hin, horcht, nimmt sich Zeit, sucht keinen Plot, und schreibt mit einer Präzision, Schärfe und gleichzeitigen Leichtigkeit, dass es mich atemlos lässt (ich muss immer wieder Lesepausen einlegen, sonst habe ich zu schnell eine Art Überdosis). Für mich schreibt Kutschke auch über das Schreiben selbst, was mich gerade sehr beschäftigt. Und auch damit ist es mir ein Herzensbuch.

Zugegeben, das ist gar keine Rezension. Aber der begeisterte – und leider durch Zeitknappheit extrem kurze – Versuch, Euch das Buch nahezulegen.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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