Wenn etwas gut ist

Gut ist mehr.

Der Versuch, einen Standard für Dinge zu entwickeln, führt zu Regeln. Die sind per se nicht schlecht. Denn sie erwachsen im besten Fall aus Erfahrungen. Oder aus einem Wunsch, etwas so und eben nicht anders zu gestalten.

Umgekehrt aber ist noch nichts gut, wenn es nach den Regeln der jeweiligen Kunst gemacht ist. Es ist dann vor allem erst einmal konform. Angepasst.

Schreiben für Kund*innen gehört zu einem immer neuen Versuchen, etwas in die Welt zu bringen. Bei einer Form der wissenschaftlichen oder zumindest unterrichtenden Arbeit geht es da vor allem um Verständlichkeit. Und um Freude.

Jajajajaja. Das ist für die schwermütige deutsche Seele natürlich eine Zumutung. Wissen und Freude. Teufelszeug!

Ich möchte diesen Zusammenhang hier gar nicht vertiefen. Ich frage mich jedoch häufig, was gut ist, und wie das Gute gegen Regeln zu verteidigen wäre. Dabei bin ich nicht grundsätzlich gegen Regeln. Es müsste nur klar sein, dass „richtig“ nicht automatisch „gut“ ist oder sogar „sehr gut“. Es gehört immer etwas Emotionales dazu, eine gewisse Tiefe, die nicht wirklich messbar ist, jedoch stets über das rein Faktische hinausgeht. Vielleicht ist hier auch die Diskussion um K.I. generierte Texte anzuschneiden. K.I. hat immer den Aufschlag, was Anregung angeht. Tiefe jedoch entsteht erst durch Reflexion oder durch durch Erfahrung. Und durch ein Bedürfnis, genau das und nichts anderes zu schreiben.

Gut hat ein größeres Gewicht als nur richtig. Es ist mehr als angenehm. Es spricht nicht nur mich an. Es ist wertvoll. Und es ist mutig, sich für die guten Dinge einzusetzen. Also: Dranbleiben!

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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