Zu Hause höre ich fast gar keine mehr. Aus dem Radio kommen Wortbeiträge, den alten CD-Player habe ich aus der Wohnung verbannt, über den Rechner ziehe ich nur noch gelegentlich ein paar Songs aus dem Netz. Warum das so ist, weiß ich nicht, ich habe immer gerne Musik um mich gehabt. Nicht bei der Arbeit, doch aber in der Freizeit oder beim Wohnungsputz.
Das gilt auch für Konzerte. Ich gehe super gerne hin, mache es aber nicht mehr. Dabei. Wenn ich gehe, erlebe ich meist Überraschungen. Neulich dachte ich, es gibt wenig so komplexe Strukturen, denen ich sonst im Leben begegne (bzw. es überhaupt bemerke). Mir kam die Assoziation dass Musik hören in einer Art dem Betrachten von Wellen gleicht. Alles bewegt sich, nichts bleibt so, wie es gerade noch war.
Und dann gibt es Momente, beim Wellen Betrachten wie beim Musik Hören, in denen ich die Komplexität der Welt zu erfassen glaube. Intuitiv, und nur für kürzeste Zeit, aber es offenbart sich mir ein Zusammenhang. Für eine Erleuchtung reicht es nicht. Aber für die Sicherheit, dass es etwas gibt, das größer ist, als ich oder die bloße Menge von Menschen oder Dingen.
