Seit einiger Zeit denke ich darüber nach, wie ich der Welt, sagen wir in Ermangelung anderer Begriffe vielleicht „Umwelt“, wieder näher kommen kann.
In einer Großstadt zu leben, bedeutet, viel in bebauter Gegend unterwegs zu sein. Auch die ist natürlich „Umwelt“ und es geht mir auch gar nicht um die Idee von „Natur“, also von einer möglichst unberührten Landschaft. Sondern um die Verbindung mit Wetter oder dem Himmel oder den anderen Lebewesen, die da so unterwegs sind, meinetwegen auch Nachbars „Fiffi“.
Mir scheint es ein immer größerer Skandal, dass ich von den Tagen, in denen ich lebe, gar nicht viel oder sogar gar nichts mitkriege. Warum interessieren sie mich nicht? Und wie kann ich das ändern?
Mir scheint, ich brauche eine neue Antenne – oder eine alte, die ich habe verkommen lassen. Denn mehr draußen sein ist nur begrenzt möglich. Ich müsste wieder ein besseres Sensorium für Dinge bekommen. Um vielleicht auch zu begreifen, wie ich mich fühle, eben weil ich Teil von dem Draußen bin und keine Drinnen-Pflanze.
