Meine Kenntnis asiatischer Textformen ist begrenzt. Von Haikus habe ich gehört. Sie sind fester Bestandteil kreativer Schreibworkshops, und hatten, als ich anfing, mich mit dem Schreiben mehr zu befassen, einen ersten großen Aufschlag in Deutschland.
Ich fand sie immer fremd. Es waren Bilder aus einer anderen Welt, wie Schnappschüsse, sehr konkret, sehr gegenständlich, wenig „erzählend“, kühl eher, beiläufig.
Winterregen.
Eine Maus läuft über die Saiten
der Mandoline.
(Buson)
Ich saß gestern in der Bahn und schaute in einen erst grauen, und sich dann in viele Blautöne auffächernden Himmel. Aus Spass machte ich Handy-Fotos von der Landschaft, die an mir vorbei sauste. Erstaunlich viele Bilder kamen geradezu unversehrt aus der großen Geschwindigkeit bei mir an. Beiläufig, gleichzeitig banal und schön zugeleich. „Unsere Welt“, dachte ich, gleich danach auch „unser Deutschland“ (da musste ich lachen – aber, doch ja, stimmt schon).
Die Banalität, das Fade des Alltags, das ist es, was mir tatsächlich immer wieder das Herz höher schlagen lässt. Und zeigt, das ich hier mit den Klunkern immer noch gut aufgestellt bin – nach mittlerweile 11 Jahren.

rolfnoe 22. Januar 2025
Das Bild erinnert mich an Gurskis „Rhein II“, das war mal ein Topseller.
LikeGefällt 1 Person
Stephanie Jaeckel 22. Januar 2025
Immer kommt man zu spät…. 😉
LikeLike