Haiku

Meine Kenntnis asiatischer Textformen ist begrenzt. Von Haikus habe ich gehört. Sie sind fester Bestandteil kreativer Schreibworkshops, und hatten, als ich anfing, mich mit dem Schreiben mehr zu befassen, einen ersten großen Aufschlag in Deutschland.

Ich fand sie immer fremd. Es waren Bilder aus einer anderen Welt, wie Schnappschüsse, sehr konkret, sehr gegenständlich, wenig „erzählend“, kühl eher, beiläufig.

Winterregen.

Eine Maus läuft über die Saiten

der Mandoline.

(Buson)

Ich saß gestern in der Bahn und schaute in einen erst grauen, und sich dann in viele Blautöne auffächernden Himmel. Aus Spass machte ich Handy-Fotos von der Landschaft, die an mir vorbei sauste. Erstaunlich viele Bilder kamen geradezu unversehrt aus der großen Geschwindigkeit bei mir an. Beiläufig, gleichzeitig banal und schön zugeleich. „Unsere Welt“, dachte ich, gleich danach auch „unser Deutschland“ (da musste ich lachen – aber, doch ja, stimmt schon).

Die Banalität, das Fade des Alltags, das ist es, was mir tatsächlich immer wieder das Herz höher schlagen lässt. Und zeigt, das ich hier mit den Klunkern immer noch gut aufgestellt bin – nach mittlerweile 11 Jahren.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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