Elf Tage 2025, und?
Tatsächlich gibt es Neuigkeiten, die elektronische Rechnung, die bisher aber keiner so recht wollte und hurra! ein eigener Keller. Also zumindest ein Drittel eines Kellers. Und schon ist meine Wohnung wieder prima.
Wer auf wenigen Quadratmetern wohnt, ist es gewohnt, sich regelmäßig von Dingen zu trennen. Büchertische, Second-Hand-Läden, Flohmärkte sind immer wieder Orte, an denen ich mich von Eigenem trenne. Meist ganz gerne, denn ich brauche Platz wesentlich dringender als Zeug.
Doch irgendwann ist das Gleichgewicht gekippt. Vielleicht, als mein Vater krank wurd und nach Berlin kam. Ich hatte enorm viel mehr Papierkram zu bearbeiten und, nachdem er gestorben war, auch Dinge aus seinem Zimmer im Heim. So langsam wuchs meine Wohnung zu, einfach auch, weil es Platz braucht, zum Beispiel eine Schublade auszuräumen oder ein Regal. Und wenn der fehlt, – ach, es war ein Leben mit vielen blauen Flecken, es wurde ungemütlich zu Hause zu sein, irgendwie trübte sich meine Stimmung ein, zumal es ja auch gen Winter immer dunkler wurde.
Ich vermute außerdem, dass irgendwo in mir ein Hamster lebt. Kein Wunder eigentlich, meine Eltern hatten ja den Krieg noch erlebt und hatten Mühe, Dinge wegzuwerfen. Was allein die 25 Staubsaugerschläuche erklärt, die im Keller meiner Eltern eine Art Kolonie gegründet haben. Was ich schreiben will: Ich hätte nie gedacht, wie gut mir diese Entrümpelung tut. Denn ich räume nicht nur Kram in den Keller, ich habe erstmals wieder Platz, Dinge auch auszusortieren und wegzugeben.
Nicht alles neu also, aber ein bisschen neu hilft tatsächlich auch. Ich fühle mich optimistischer als im Dezember und ja, selbst wenn Silvester einfach nur ein menschgemachtes Datum ist: In dem Fall war es hilfreich.
