Neulich im Urlaub war ich so überrascht von dem Traum, in dem es um mein Sterben geht, dass ich ein interessantes Detail darin bis eben übersehen habe. Denn es gab einen Moment, in dem ich in eine Art Club kam, wo Erwachsene in verschiedenen Räumen verschiedene Dinge tun konnten: Musik machen, aufnehmen, gemeinsam lesen, kochen, diskutieren, malen, schreiben, Quatsch machen, usw., usf.
Im Grunde also spielen auf kreativem oder intellektuellen Niveau (ja, ausdrücklich auch Quatsch machen). Einige Künstler*innen öffnen diesen Weg, die letzte documenta hielt viele solcher Angebote fürs Publikum bereit. Im Grunde ist auch das Tempelhofer Feld in Berlin ein riesiger Spielplatz. Hier kann man, wenn’s für andere kein Stress wird, viele Dinge machen, die zu Hause, im Garten oder auf der Straße nicht denkbar sind.
Erwachsenenspielplätze klingt ein wenig herablassend. Aber eben. Spielen ist in der Erwachsenenwelt ein gewisses Tabu, Spieleabende sind o.k., aber alles andere behält man besser für sich oder nennt es Hobby, bzw. guilty pleasure. Dabei öffnen Spiele. Sport macht locker (das weiß ich zumindest theoretisch), gemeinsames Rumfantasieren, Malen, Quatschgedichte zum Geburtstag schreiben, sich Verkleiden und, und, und erweitern jeden im Notwendigen festgefahrenen Blick. Vielleicht sind sogar die meisten VHS-Kurse auch eine Art Erwachsenen-Spielplatz, wobei die Verantwortlichen bei der Bezeichnung Schnappatmung bekämen. Da starte ich übrigens am Montag ein eigenes Abenteuer. Und freue mich darauf wie früher auf einen Nachmittag mit Freundinnen.
Das Foto ist übrigens während der Arbeit entstanden, nicht auf dem Spielplatz…
