Ich habe extra noch einmal nachgeschaut: am 11. August war die Entscheidung gefallen, eine Woche im Dezember zu verreisen. Alleine. Und möglichst ans Ende meiner Alltagswelt. Nicht, dass ich einen besonders weiten Radius habe. Ich wollte für eine Woche nicht wirklich ans Ende der Welt. Aber irgendwo hin, wo so wenig wie möglich los ist (dafür, dass man als Touristin da leicht hinkommt). Meine Wahl fiel auf Teneriffa. Und es zeigte sich, dass für das, was ich gesucht habe, die Wahl perfekt war.
Es gibt sie nämlich doch, die Hotels und Ressorts, die weit abgelegen sind, die eine bunte Mischung an Gästen aufnehmen, wo alle genug Platz haben, sich aus dem Weg zu gehen, und wo, wenn einem oder einer doch mal die Decke auf den Kopf fällt, Dinge angeboten werden, die einen wieder die Laune aufpolieren.
Da ich gleich am zweiten Tag krank wurde, konnte ich nicht wirklich das tun, was ich mir erhofft hatte. Zum Beispiel lange aufs Meer schauen. Oder spazieren gehen. Oder Tapas essen. Dennoch gab es eine schöne Erkenntnis: Alleine ans Ende meiner Alltagswelt zu verreisen, geht bestens.
Ein Schreckgespenst vieler Alleinreisenden ist vermutlich die Einsamkeit. Im Alltag gibt es für dieses Gefühl probate Gegenmittel. Aber was, wenn man alleine an einem kargen Strand sitzt. Und dann zieht irgendwer oder irgendwas den inneren Motivationsstecker?
Meistens verreise ich alleine in Städte. Dort, so die Idee, gibt es am Ende immer irgendetwas, was ich tun kann, wenn ich befürchte, gefühlt unterzugehen. Das klappt. Aber die Überraschung war: Wo in London so ein Einsamkeitsgefühl aus dem Nichts auftauchen kann, blieb es auf Teneriffa aus. Oder, wie ich es einer Freundin geschrieben habe: Die innere Mecker-Stimme, die mich immer wieder und ausdauernd vor sich her treibt, schwieg ab dem Moment, ab dem ich in meiner Bleibe auf der Insel ankam. In mir breitete sich völlige Ruhe aus.
Wie schön ist das denn!?
Insofern war es am Ende doch ein gelungener Urlaub. Denn ich weiß, dass alleine Verreisen in eine einsame Gegend für mich eine Option ist – und eben, der nächste Winter kommt bestimmt.
