Es war nicht gerade ein Zufall, und zunächst auch kein wirklich schöner, als Dirk vor gut 10 Jahren von Berlin Kreuzberg nach Ottobrunn zog. Die Arbeit, die Kinder, gute Gründe, aber eine echte Umstellung. Schön für uns, dass er es nicht beim leise Trauern um die verlorenen Großstadtfreiheiten beließ. Sondern sich um Ottobrunn bemühte. Und natürlich noch schöner, dass er die Geduld aufbrachte, neben seinem Brotjob eine kleine Hommage an seine neue Heimat zu verfassen.
So sind die „Ottobrunner Tristette“ entstanden, die seit diesem Herbst bei dem Lyrik-Verlag „Black Ink“ zu bestellen sind (und natürlich in jeder Buchhandlung). Ich denke, selbst wer noch nie in Ottobrunn war, kann sich vorstellen, wie es dort ist. Oder eigentlich, wie es ist – Ottobrunn hin oder her – , älter zu werden, sein Leben in weitgehend guter Ordnung zu wissen, aber dennoch verloren zu sein. Weil alles so kurz ist, und auch das Beste von Unerfreulichem gekreuzt wird, nicht mal von Bosheiten, sondern oft von eigenen Unzulänglichkeiten, oder Dingen, die nicht zu ignorieren sind.
Lebensfreude geht auch in Ottobrunn und also überall: so lautet die unbedingt frohe Botschaft der Gedichte (damit eignen sie sich übrigens bestens fürs Weihnachtskörbchen…). Man muss nur mit gewissen Eigenheiten vertraut werden. Und es nützt gar nichts, angesichts des provinziellen Ambiente ein mäkeliges Ego zur Schau zu stellen. Denn es gilt: „wer am lagsamsten sitzt, hat gewonnen.“
Ich danke dem Black Ink-Verlag herzlich für die unkomplizierte Freigabe des Gedichts.

LP 21. November 2024
Das klingt schon sehr nach „das will ich lesen“. Und wenn ich das gemacht habe, fahr ich mal schnell in Ottobrunn vorbei und überprüfe die Übereinstimmung zwischen den Gedichten und der Wirklichkeit.
Danke für den Hinweis
LikeGefällt 3 Personen
kormoranflug 23. November 2024
In Ottobrunn wohnte meine erste Liebe. So Tristess fanden wir den Ort damals nicht. Gerne werde ich Deine Empfehlung lesen.
LikeGefällt 2 Personen