Der schöne Zufall.1

Den nämlich gibt es auch. Und tatsächlich eher, wenn ich mich nicht durch den Tag hetze. Neulich zum Beispiel am Kölner Hauptbahnhof. Bei Reisen bin ich vorsichtig. Ich komme früh zur Abfahrt, damit Unvorhergesehenes noch Platz hat. Ich bin dann immer etwas hektisch (bloß keine Durchsage verpassen!), gleichzeitig habe ich Zeit für nichts Bestimmtes. Gerne gehe ich in die Buchhandlung, um zu blättern und zu stöbern. Und da schlug ich ein neu erschienenes Buch auf. Und ja, doch, genau auf der Seite, auf der ein Gedicht von meinem Freund Dirk zu lesen ist. Glaubt es, oder nicht, es heißt auch noch „Heimweg“.

Was in diesem Moment passierte war, wie wenn plötzlich alle Linien, die parallel in die Zukunft laufen, sich auf einen bestimmten Punkt hin biegen. Als gäbe es einen – wenn auch flüchtigen – Haltepunkt, eine Art Sinn oder eine Verankerung des eigenen Lebens in der Welt. Und wer jetzt neugierig ist auf das Gedicht – das stelle ich morgen vor. Denn jetzt muss ich erst mal hurtig zum Baumarkt.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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