Den nämlich gibt es auch. Und tatsächlich eher, wenn ich mich nicht durch den Tag hetze. Neulich zum Beispiel am Kölner Hauptbahnhof. Bei Reisen bin ich vorsichtig. Ich komme früh zur Abfahrt, damit Unvorhergesehenes noch Platz hat. Ich bin dann immer etwas hektisch (bloß keine Durchsage verpassen!), gleichzeitig habe ich Zeit für nichts Bestimmtes. Gerne gehe ich in die Buchhandlung, um zu blättern und zu stöbern. Und da schlug ich ein neu erschienenes Buch auf. Und ja, doch, genau auf der Seite, auf der ein Gedicht von meinem Freund Dirk zu lesen ist. Glaubt es, oder nicht, es heißt auch noch „Heimweg“.
Was in diesem Moment passierte war, wie wenn plötzlich alle Linien, die parallel in die Zukunft laufen, sich auf einen bestimmten Punkt hin biegen. Als gäbe es einen – wenn auch flüchtigen – Haltepunkt, eine Art Sinn oder eine Verankerung des eigenen Lebens in der Welt. Und wer jetzt neugierig ist auf das Gedicht – das stelle ich morgen vor. Denn jetzt muss ich erst mal hurtig zum Baumarkt.
